Parteiführung Lucke erwägt Rückzug aus AfD-Spitze

Spricht von einem "erdrückenden Arbeitspensum": AfD-Chef Bernd Lucke.

(Foto: dpa)
  • Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke erwägt, im kommenden Jahr nicht mehr für sein Amt zu kandidieren.
  • In der euro-kritischen Partei gibt es eine Debatte über das Führungsmodell.

Lucke will Ämter umstrukturieren

Der Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, erwägt nach eigenen Angaben, im kommenden Jahr nicht mehr für sein Amt zu kandidieren. "Ich habe noch nicht entschieden, ob ich noch einmal antreten werde", sagte der Chef der rechtskonservativen Partei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Er wolle ab und zu auch mal wieder Zeit für seine Familie haben. "Vielleicht bieten sich andere Führungspersönlichkeiten an."

Unzufrieden zeigte sich Lucke aber auch mit der Führungsstruktur seiner Partei. Es müsse einen alleinigen Parteivorsitzenden geben, forderte er. Bei den bisherigen drei Chefs sei der Koordinationsbedarf zu hoch. "Tatsächlich geht es darum, dass ich entlastet werden muss von dem erdrückenden Arbeitspensum", so Lucke. Die euro-kritische AfD hatte zuletzt bei mehreren Landtagswahlen deutliche Zuwächse erzielt.

Parteiinterner Streit über Führungsmodell

In der AfD gibt es seit geraumer Zeit Diskussionen über die künftige Struktur und auch die Machtaufteilung in der Partei. Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry kritisierte den Vorstoß Luckes. Sie arbeite "ungern mit Drohungen", sagte sie der FAZ. Das Modell der drei Parteivorsitzenden habe sich bewährt. "Es ist wichtig, dass an der Spitze einer Partei unterschiedliche Führungsstile vertreten sind", hatte Petry zuvor dem Spiegel gesagt. "Die AfD darf keine One-Man-Show sein."

Eine AfD ohne Bernd Lucke - kann das funktionieren?

Erdrückendes Arbeitspensum und parteiinterner Streit über das Führungsmodell. AfD-Chef Bernd Lucke überlegt, ob er im kommenden Jahr erneut als Parteivorsitzender kandidieren wird. Gibt es eine Alternative für die Alternative? Diskutieren Sie mit uns. mehr ... Ihr Forum

Der dritte Bundesvorsitzende der Partei, Konrad Adam, sagte seinerseits der Zeitung, Lucke sei "in mancher Beziehung unentbehrlich". Aber der Erfolg der AfD sei mit dem bisherigen Modell erreicht worden. Bundesvorstand Alexander Gauland hatte Lucke kürzlich als "Kontrollfreak" kritisiert.

Die AfD wird offiziell von drei "Bundessprechern" geführt, Lucke wird aber oft als alleiniger Chef wahrgenommen.