Panama Papers Islands Premier hat seine Chance auf einen würdevollen Abtritt vertan

Stattdessen schürte Gunnlaugsson die Wut in der Bevölkerung.

Kommentar von Silke Bigalke

Sigmundur Davíð Gunnlaugsson hat gewartet, bis der Schaden nicht mehr größer werden konnte. Erst nach langem, nach überlangem Zögern hat sich Islands Premier zum Rücktritt bereit erklärt. Das kommt zu spät, und es ist zu wenig. Denn einer Schuld ist er sich offenbar immer noch nicht bewusst.

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Journalisten hatten Gunnlaugsson vor Veröffentlichung der Vorwürfe um eine Stellungnahme gebeten. Er erfuhr also vor allen anderen Isländern, dass Journalisten von seiner Offshore-Firma wussten. Ihm war klar, welche Enthüllungen da kommen würden. Er hätte früher gestehen können, dass er Geld in einer Steueroase angelegt und das verschwiegen hatte. Vielleicht hätten die Isländer ihm verziehen, wenn er die Fakten auf den Tisch gelegt hätte - Fakten, von denen er ja wusste, dass sie herauskommen würden.

Anstatt die Zeit für Schadensbegrenzung zu nutzen, hat er die Wut geschürt. Denn was viele Isländer rasend macht, ist nicht so sehr die Existenz der Offshore-Firma, sondern dass ihr Premier sie verheimlicht hat. Als der Skandal in der Welt war, hat er weiter gemacht wie bisher: Er wich aus, verdrehte, drohte. Zuletzt drohte er sogar mit Neuwahlen. Gunnlaugsson wäre besser gegangen, bevor die aufgebrachten Isländer Bananen ans Parlament warfen und so zeigten, welchen Status das stolze Island nun in der Welt hat.

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