Palästinenser in Syrien Sicherheitsrat fordert humanitäre Hilfe für Flüchtlingslager Jarmuk

  • Der UN-Sicherheitsrat schlägt Alarm angesichts der Lage der Menschen im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk. Die Terrormiliz IS hat das Lager unter Beschuss genommen.
  • Seither fehlt es den Menschen am Nötigsten - kein Wasser, keine Lebensmittel, keine Arzneien. Der UN-Sicherheitsrat fordert einen humanitären Korridor.

Dschihadisten-Miliz kontrolliert Palästinenser-Camp

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat Zugang für humanitäre Hilfe zu dem palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk gefordert, das die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) unter Beschuss genommen hat. Dies teilte die jordanische UN-Botschafterin Dina Kawar in New York mit. Das Gremium sei besorgt über die Lage der 18.000 Menschen in Jarmuk und bereit, "notwendige Hilfe bereitzustellen". IS-Kämpfer hatten das Lager südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus am vergangenen Mittwoch angegriffen.

Dramatische Lage der Zivilisten

Seit Beginn der Kämpfe mit den Dschihadisten gelangten keinerlei Hilfslieferungen mehr in das Camp. Internationale Helfer beschrieben die Situation der Zivilisten als dramatisch. Ein Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA sagte: "Sie haben keine Lebensmittel, kein Wasser, keine Arzneien, keine Elektrizität, nichts."

Nach Angaben der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London kontrollierte der IS am Montag nahezu das ganze Gebiet des Flüchtlingslagers.

Vor dem Bürgerkrieg in Syrien lebten im Camp Jarmuk etwa 150 000 Palästinenser, die aus Israel vertrieben oder geflohen waren. Heute sind es nur noch 18 000. Viele der Zufluchtsstätten wurden bei Kämpfen zwischen Aufständischen und der syrischen Armee zerstört.