Neuer Termin für Bundesparteitag am 20. April NPD tagt an Hitlers Geburtstag

Ein brauner Haufen blockierte die Zufahrtsstraße zu dem Privatgelände in Rottenbach bei Coburg, auf dem der NPD-Parteitag ursprünglich stattfinden sollte.

(Foto: dpa)

Nach der Absage des Parteitages in Rottenbach bei Coburg hat die rechtsextreme NPD nun entschieden, wann sie sich treffen will: vom 20. bis 21. April - ausgerechnet an Hitlers Geburtstag. Angeblich hat das vor allem organisatorische Gründe.

Von Antonie Rietzschel

Eine Baustelle zwang die rechtsextreme NPD, ihren Parteitag Anfang April abzusagen. Nun gibt es einen neuen Termin: Vom 20. bis 21. April will die Partei einer Erklärung zufolge in Frankenthal in der Pfalz tagen - ausgerechnet am Geburtstag von Adolf Hitler.

Der Termin war bereits vor der offiziellen Bestätigung auf linken und rechten Blogs aufgetaucht. Pressesprecher Frank Franz hatte daraufhin erklärt, dass die Entscheidung, dieses Wochenende zu wählen, nicht aufgrund von Hitlers Geburtstags falle, sondern einen rein organisatorischen Grund habe. "Für uns ist es wichtig, dass der Parteitag zeitnah stattfindet", so Franz.

Die NPD hatte den Parteitag Anfang April streichen müssen, nachdem die Zufahrtsstraße in Rottenbach im bayerischen Landkreis Coburg wegen einer Baustelle gesperrt wurde. Der Parteitag soll diesmal vor allem dazu dienen, Ruhe in die eigenen Reihen zu bringen. Nicht nur das drohende Verbotsverfahren macht der Partei zu schaffen, innerhalb der NPD wird die Kritik an dem Führungsstil des Bundesvorsitzenden Holger Apfel immer lauter.

Voigt opponiert offen gegen Apfel

Wie Süddeutsche.de Mitte März berichtete, will die NPD den Bundesvorstand neu wählen lassen - ein halbes Jahr früher als geplant. Franz hatte damals erklärt, der Vorsitzende Holger Apfel solle gestärkt werden. Mehrere Parteimitglieder brachten dagegen Udo Voigt als Nachfolger ins Gespräch. Der sächsische Fraktions-Chef Apfel hatte Voigt 2011 als Bundesvorsitzenden abgelöst. Innen ultrarechts, nach außen gemäßigt - so sollten von nun an unentschlossene, rechtsoffene Wähler für die Ziele der NPD gewonnen werden.

Voigt gilt als rechter Hardliner in der Partei: Unter seiner Führung hatte er von 1996 bis 2011 die NPD als Bundesvorsitzender für die Kameradschaftsszene geöffnet und sie damit aus ihrer Bedeutungslosigkeit geführt. Unter seiner Leitung zog die Partei in die Landtage in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein.

2010 verherrlichte er in einer Rede in der Bezirksverordnetenversammlung die Waffen-SS und wurde dafür wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 ließ Voigt Plakate mit der Aufschrift "Gas geben" aufhängen.

Voigt, der sich bezüglich seiner Kandidatur gegen Apfel lange bedeckt hielt, kritisiert den NPD-Chef seit der Absage des Parteitages scharf. Als sich das Gerücht verbreitete, die Partei würde zu Hitlers Geburtstag ihren Bundesparteitag abhalten, schrieb er auf seinem Blog: "Mein Kurs war immer radikal, sozial und national, aber niemals blöd."