Nach Cyber-Attacke IT-Netz des Bundestags muss "mindestens in Teilen" neu aufgesetzt werden

  • Das Computernetzwerk des Bundestags muss nach Aussage von Bundestagspräsident Lammert "mindestens in Teilen" neu aufgesetzt werden.
  • Allerdings müsse nur Software, keine Hardware ausgetauscht werden.
  • Das Bundesamt für Verfassungsschutz hält den Angriff eines ausländischen Geheimdienstes für möglich.
  • Der Angriff kam offenbar von einem Server in Osteuropa.

Computernetzwerk muss erneuert werden

Das Computernetzwerk des Bundestags ist nach der Cyber-Attacke nicht mehr zu retten und muss "mindestens in Teilen" neu aufgesetzt werden. Das teilte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) den Parlamentariern in einem Schreiben mit. Der Bundestag werde dabei die Expertise eines noch zu beauftragenden externen Dienstleisters einbeziehen. Anders als in Medien berichtet müsse nach derzeitigem Kenntnisstand aber keine Hardware, sondern nur Software ausgetauscht werden.

Nach Angaben Lammerts sind seit zwei Wochen keine Daten mehr abgeflossen. Dies hätten die Ermittlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundestagsverwaltung ergeben. Zuvor hatte der Ältestenrat des Bundestags getagt. Dies bedeute aber nicht, so Lammert weiter, "dass der Angriff endgültig abgewehrt und beendet wäre". Er war am 8. Mai entdeckt worden.

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Verfassungsschutz hält Angriff eines anderen Staates für möglich

Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar. Der Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen sagte, dass seine Behörde den Angriff eines anderen Staates für möglich halte. Er habe die Sorge, "dass es sich um einen Cyberangriff eines ausländischen Nachrichtendienstes handelt", sagte Maaßen. Den Angriff auf den Bundestag bezeichnete er als "beachtlich".

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, wie zuvor schon Spiegel Online, dass sich die Anzeichen auf einen russischen Hintergrund des Angriffs verdichteten. Unklar sei aber, ob es sich bei dem Angreifer um einen russischen Geheimdienst oder eine andere russische Organisation handelt.

Maaßen sagte dazu, seine Behörde sei nicht in die Aufklärung des Vorfalls eingebunden. Er fügte jedoch an: "Mein Dienst hat immer wiederholt bestätigt, dass jedenfalls die Cyberangriffe von russischen Diensten hochqualifiziert sind und uns große Sorge bereiten."

Ob es sich aber tatsächlich um Hacker aus Russland handelt, ist völlig offen. Die schädlichen Datenpakete wurden nach Informationen des Verfassungsschutzes von einem Server in Osteuropa an den Bundestag verschickt. Die Angreifer müssen deshalb aber nicht aus dieser Region sein.

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