Nach Amoklauf von Newtown Obama setzt Arbeitsgruppe zur Waffengewalt ein

Zum ersten Mal in der Geschichte der USA traut sich ein Präsident an die Verschärfung des Waffengesetzes heran: Barack Obama hat eine Arbeitsgruppe für den Kampf gegen Waffengewalt ins Leben gerufen. Den Gesetzgebungsprozess werde er "ohne Verzögerung" anstoßen, versprach der US-Präsident.

Nach dem Amoklauf von Newtown hat US-Präsident Barack Obama eine Arbeitsgruppe für den Kampf gegen Waffengewalt eingesetzt. Das Team um Vizepräsident Joe Biden solle bis Ende Januar "konkrete Vorschläge" unterbreiten, wie Gewalttaten mit Schusswaffen in Zukunft eingedämmt werden könnten, sagte Obama. Dem Gremium sollen neben Biden weitere Mitglieder des Kabinetts sowie Experten von Nichtregierungsorganisationen angehören.

Sobald die Entwürfe vorlägen, werde er den Gesetzgebungsprozess "ohne Verzögerung" anstoßen. Das Problem sei komplex, aber "wir haben alle die Verpflichtung, etwas zu tun", sagte der Präsident. Schon während der Trauerfeier für die Opfer des Grundschul-Massakers in Newtown hatte Obama angekündigt, die Waffengesetzte verschärfen zu wollen: "Ich werde handeln."

Er hatte weiter versprochen, "alle Macht, die das Amt bietet" zu nutzen, um Tragödien wie den 26-fachen Mord in der Sandy Hook Elementary School zu verhindern, angefangen bei der Verschärfung von Gesetzen. Die Debatte um "gun control", die Reglementierung von Waffen in den USA, hat damit neuen Schwung bekommen. Erstmals, so die Hoffnung der Befürworter, könne sich im amerikanischen Waffenrecht wirklich etwas tun.

Am vergangenen Freitag hatte ein 20-Jähriger im US-Staat Connecticut in einer Grundschule 20 Kinder sowie sechs Erwachsene erschossen. Damit ist es bereits die 13. Massenschießerei in den USA bis 2012. Knapp 10.000 Bürger verlieren in den USA alljährlich ihr Leben durch Schusswaffengewalt. Etwa 300 Millionen Waffen befinden sich in Amerika in privater Hand.