Mietek Pemper ist tot Der Mann, der Schindlers Liste schrieb

Mietek Pemper war einer der wichtigsten Helfer von Oskar Schindler. Unter Lebensgefahr hatte der persönliche Schreiber des Krakauer KZ-Kommandanten die Namen von 1200 Juden an den Fabrikanten Schindler weitergegeben - dieser verhinderte, dass sie von den Nazis umgebracht wurden. Nun ist Pemper im Alter von 91 Jahren gestorben.

Oskar Schindlers Helfer Mietek Pemper ist tot. Er sei bereits am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Augsburg gestorben, teilte die Stadt mit. Im Zweiten Weltkrieg hatte Pemper im Konzentrationslager Krakau-Plaszow als persönlicher Schreiber des dortigen KZ-Kommandanten Amon Göth unter Lebensgefahr die Namen von Häftlingen an den Fabrikanten Oskar Schindler geliefert. Durch dessen Engagement wurden insgesamt 1200 Menschen vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten bewahrt.

Mietek Pemper hat zur Rettung von 1200 jüdischen Häftlinge beigetragen, indem er ihre Namen an den Fabrikanten Oskar Schindler weitergab. 

(Foto: dpa)

US-Regisseur Steven Spielberg hatte sich für seinen Film "Schindlers Liste" den Rat des 1920 in Krakau geborenen Pemper geholt. Neben ihm hatte im Konzentrationslager auch Buchhalter Itzhak Stern, der 1969 in Israel starb, bei der Rettung der Juden geholfen - er kam namentlich in Spielbergs Film vor.

Der Regisseur bedankte sich bei Pemper auch mit einer Widmung auf einem Bild: "Thank god for your survival" (Dank sei Gott für dein Überleben). Pemper lebte seit 1958 in Augsburg. Nach dem Krieg hatte er Psychologie und Soziologie studiert und als Unternehmensberater gearbeitet. Für seine Bereitschaft zur Versöhnung und seine mutige Tat unter der Vernichtungsdiktatur der Nazis wurde Pemper 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt und ist außerdem Ehrenbürger der Stadt Augsburg.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) würdigte Pemper als einen "bedeutenden Brückenbauer zwischen der jüdischen und christlichen Religionen und einen Versöhner zwischen den Generationen". In "bemerkenswerte Weise" habe Pemper die Ideale der Verständigung und des Dialogs gelebt und damit einen "unschätzbaren Beitrag" für das gesellschaftliche Zusammenleben in Augsburg geleistet.

Pemper soll im engsten Familienkreis auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt werden. In der Synagoge ist nach Angaben der Stadt zu einem späteren Zeitpunkt eine Trauerfeier geplant. Kondolenzlisten liegen von diesem Freitag an eine Woche lang im Rathaus aus.