Luftverschmutzung Raus aus der Stadt

Dreckschleudern müssen von den Straßen verbannt werden.

Von Markus Balser

In Deutschlands Städten herrscht schon lange dicke Luft. Wenn morgens Pendler mit ihren Kombis ins Zentrum rollen, Lastwagen über Hauptstraßen donnern und Einkäufer in die Innenstädte strömen, dann fahren sie eine gefürchtete Fracht ins Herz der Städte: Stickstoffdioxid. Experten machen es für Hustenreiz, Atemwegsbeschwerden und Krebs mitverantwortlich. Die Zahl der Opfer lässt sich nur grob schätzen. Das Problem ist riesengroß. In 80 deutschen Städten übersteigt die Schadstoffbelastung der Atemluft die gesetzlichen Grenzwerte teilweise um das Doppelte. Nicht ab und zu. Sondern im Durchschnitt. Schuld sind vor allem alte Diesel-autos - und die von der Abgasaffäre betroffenen neuen. Inzwischen ist klar, dass viele Fahrzeuge selbst jene Normen nicht einhalten, die ihnen in den Fahrzeugpapieren attestiert werden. Die Hoffnung, dass sich die Luft mit höheren Euro-Normen peu à peu bessert, hat sich zerschlagen.

Doch Folgen hat das bislang nicht. Die Politik versagt im Kampf gegen die Luftverschmutzung. Erst Gerichte zwangen Städte zum Handeln. Die Bundesregierung dagegen bleibt trotz wachsenden Drucks aus Brüssel tatenlos. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt lehnt Fahrverbote für Umweltsünder in Innenstädten ab. Dabei wird es höchste Zeit, dass Kommunen Dreckschleudern von ihren Straßen verbannen können.