DKP-Mitglied Christel Wegner sitzt in der Links-Fraktion in Hannover. Nun rechtfertigt sie den Mauerbau, fordert einen Systemwechsel - und eine neue Art Stasi gegen "reaktionäre Kräfte".
Christel Wegner hat es geschafft. Zusammen mit ihren Genossen und Genossinnen von der Linkspartei zog die ausgebildete Krankenschwester in den niedersächischen Landtag ein. "Genossin Christel Wegner wurde in den Landtag gewählt!", jubelte die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) in Niedersachsen auf ihrer Homepage. Zu Recht: Denn Wegner, Jahrgang 1947, ist Gründungsmitglied der DKP.
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Christel Wegner in der DKP-Postille: "unsere zeit" (© Screenshot: sueddeutsche.de)
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Die Linke hatte bei der Wahl am 27. Januar dank der Wahlkampflokomotiven Gregor Gysi und Oskar Lafontaine den Sprung ins niedersächsische Landesparlament geschafft. 5,7 Prozent der Stimmen reichten für elf Abgeordnetensitze, Wegner war mit dabei.
Spätestens mit der "Panorama"-Sendung, die heute Abend über die Bildschirme flimmert, dürfte Wegner auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt sein. Denn in dem ARD-Politikmagazin umriss die Genossin, dass sie nicht nur ein anderes politisches System in der Bundesrepublik anstrebt, sondern diesen Wechsel auch dementsprechend absichern möchte - mit einer staatlichen Einrichtung: Stasi reloaded.
Lieber nichts mehr sagen
Wörtlich sagte sie: "Ich denke ..., wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen."
Die Genossin Abgeordnete setzte sich bewusst programmatisch von der Linken ab: "Die Linke möchte mit Reformen Veränderungen erreichen und wir sind der Auffassung: Das reicht nicht. Wir wollen den Umbau der Gesellschaft."
Weiter sagte sie: "Die Macht des Kapitals kann nur dadurch überwunden werden, dass wir eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel bekommen."
Wegner rechtfertigte neben der Staatssicherheit auch den Bau der Mauer. "Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme, um zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten. Einmal die Wirtschaft schädigen, indem sie billig eingekauft haben."
Zu viel Ostalgie für Gysi
Auf Anfrage von sueddeutsche.de möchte Christel Wegner lieber nichts mehr zu der Causa sagen: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich absolut nicht mehr äußere." Aber man könne ja beim Pressesprecher der DKP anrufen. Wegner dementiert aber ihre Aussagen auch nicht.
So viel Ostalgie ist selbst Gregor Gysi zu viel: Der Ko-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag sagte "Panorama", er habe die westdeutschen Landesverbände dafür kritisiert, dass sie DKP-Mitglieder auf ihren Listen kandidieren lassen. "Ich hätte es anders entschieden, weil ich weiß, dass die (von der DKP, Anm. d. Red.) Positionen haben, die mit unseren nichts zu tun haben. Es gibt für uns keinen Weg zurück zur DDR. Es gibt für uns keinen Weg zur Verstaatlichung der Produktionsmittel. Und wenn einer eine andere Meinung hat und in der Fraktion ist, dann muss er eben überstimmt werden. Punktum!"
Gysi weiß, dass Wegners Aussagen für die Partei brisant, ja gefährlich sein können: Schließlich kandidieren bei der anstehenden Wahl zur Hamburger Bürgerschaft mehrere DKP-Mitglieder mit ähnlich radikalen Positionen auf der Liste der Linken.
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(sueddeutsche.de/lala)
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Hallo zusammen,
zum einen war das eine Grenze zwischen zwei souveränen Staaten,
zum anderen sind dort auch Grenzer erschossen worden - von Leuten, die in den Westen flüchteten und dort als Helden gefeiert wurden,
zum anderen hat es auch an den Westgrenzen der alten Bundesrepublik Tote gegeben, worüber nie jemand spricht.
War zwar selber nie Grenzer, kenne aber einige. Und diesen graute vor jedem Postengang, da sie nicht wußten, ob jemand so verrückt war, nach geltendem Recht illegal das Land verlassen zu wollen. Und danebenschießen ging nicht, wer nicht traf, ging ab in den Militärknast nach Schwedt - und dieser war berüchtigt!
Jeder, der über die Mauer wollte, wußte, worauf er sich einließ. Das darf man bei dieser Diskussion auch nicht vergessen! Der Grenzer wußte morgens nicht, was ihn abends erwartet. Und legale Möglichkeiten zur Ausreise gab es grundsätzlich, auch wenn diese sehr lange dauerten und zum Teil auch abgelehnt wurden. Kenne selber Leute, die legal ausgereist sind.
Ciao,
Tom
Hört sich arg gestört an die Frau.
Ehrlich gesagt ist das geschwätz so blöd, dass sich jede Diskussion darüber erübrigt und jeder, der mit einstimmt, sollte sich eher mal fragen, ob er bei einer psychologischen sitzung nicht besser aufgehoben wäre als bei einer politischen Diskussion.
Die Mauer, damit nicht so viele in den Osten kamen und die ostdeutsche Wirtschaft durch Konsum zu schädigen.
In den 18 Jahren, die man auf einen Trabi warten muss, kann man aber auch extrem viel konsumieren. Und der Trabi war aber auch eine so wahnsinnig begehrtes Objekt im Westen, dass man sich gerne mal am Zaun erschießen ließ..................ne warte.........die Mehrzahl (...Achtung IRONIE!!!...) der Mauertoten wurde ja in die andere Richtung erschossen.....als sie in den Westen kamen, um der deutschen Wirtschaft durch Kaufen von Bananen zu schädigen.
quote: "Warum Sie ausgerechnet die Todesschützen der innerdeutschen Grenze heranziehen müssen, ist mir nicht ganz klar."
Sie haben zuvor folgenden Text zitiert...
quote: "Denn im Gegensatz zu einer DDR kann ich meine Koffer packen und meine Freiheit woanders suchen"
sehen jetzt den Zusammenhang?
Zudem dachte ich wir würden hier eine sachliche Diskussion führen, stattdessden schicken Sie mir zwei Links die über Flüchtlinge berichten die bei der Flucht nach Europa umgekommen sind. Sicher, wir Europär sind für viele Untaten in Afrika und Südamerika verantwortlich, aber ist das nicht ein völlig anderes Thema ?! Tod ist gleich Tod... welch ein Argument, ich hatte mir aus der Diskussion mehr versprochen.
Ich habe schon mehrere potenzielle Linkspartei-Wähler gefragt: "Hättest du früher mit derselben Unbekümmertheit DKP gewählt?". Meist musste ich mir eine wenig schöne Antwort anhören.
Jetzt hat die erste DKP-Abgeordnete die Hosen runter gelassen und fordert de facto die Wiedereinführung der DDR. So jemand gehört sich aus jeder demokratischen Partei rausgeworfen, wenn man ihm/ihr schon das Landtagsmandat nicht abknöpfen kann.
Tja, und wieviele Linkspartei-Funktionäre denken genau so, hüllen sich aber noch in Schweigen?
Warum relativieren Sie die Position E. Körtings? Fakt ist: Als Bürger der BRD kann man nicht jederzeit sein Land verlassen -wenn es bestimmten Herrschaften nicht passt. Dass dieses konkrete Ausreiseverbot -2001- nur 50 Personen betroffen hat, ist leider kein stichhaltiges Gegenargument, ganz im Gegenteil...
"Bisher sind mir keine Fälle von Todesschützen an der deutschen Grenze bekannt... Ihnen vielleicht?"
Warum Sie ausgerechnet die Todesschützen der innerdeutschen Grenze heranziehen müssen, ist mir nicht ganz klar. Zumal dieser Vergleich nicht haltbar ist. An den Grenzen Europas sterben tagtäglich Menschen (siehe http://www.unitedagainstracism.org/pdfs/actual_listofdeath.pdf und http://www.no-fortress-europe.eu/showPage.jsp?ID=2507). Zwar werden an den Grenzen Europas keine Menschen explizit erschossen-aber man muss nicht zwingend schiessen um zu töten.Tod ist Tod, so oder so. Verantwortlich ist man bekanntlicherweise nicht
nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.
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