Kriminalität Schüsse auf geplante Flüchtlingsunterkunft bei Wittenberg

Dieses ehemalige Bürogebäude in Gräfenhainichen soll eine Flüchtlingsunterkunft werden.

(Foto: dpa)

In Sachsen-Anhalt ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft beschossen worden. Das ehemalige Bürogebäude war bereits mehrmals das Ziel von Attacken.

Unbekannte haben eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Samstag beschossen. Im ersten Obergeschoss des ehemaligen Bürogebäudes in Gräfenhainichen seien Einschüsse festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Polizei, mehrere Fensterscheiben wurden zerstört.

Die Schüsse seien offenbar aus einer "erlaubnispflichtigen Waffe" abgegeben worden. Über das Kaliber der verwendeten Munition machte der Sprecher zunächst keine Angaben.

Die Polizei prüft Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten Tötung. Wachleute, die sich zum Zeitpunkt der Tat in dem Objekt aufhielten, seien nicht verletzt worden, hieß es. Ein Spürhund konnte eine Fährte aufnehmen, die Suche nach dem oder den Tätern blieb jedoch zunächst erfolglos.

Die geplante Unterkunft für Asylbewerber war in den vergangenen Monaten bereits mehrfach das Ziel von Attacken. Im Dezember hatten unbekannte Täter in einer nächtlichen Aktion mehrere Wasserhähne aufgedreht. Das Wasser floss stundenlang. Der Sachschaden wurde vom Landkreis auf 80 000 Euro geschätzt.

Flüchtlingsunterkünfte werden immer häufiger angegriffen. In diesem Jahr hat es der Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl zufolge bereits 226 Anschläge auf Unterkünfte gegeben. Im Jahr 2015 waren es nach Angaben des Bundeskriminalamtes mehr als tausend Attacken auf Asylbewerberheime, fünfmal so viele wie im Vorjahr.