Romney bereitet die Zombie-Invasion vor

Kreativer Wahlkampf in USA /
Von Jonas Schaible
/ Veröffentlicht am , im US-Wahlblog

Amerikaner, hortet Konservendosen!

Wenn Mitt Romney erst einmal Präsident ist, drohen erst Armut, Arbeitslosigkeit oder Straßenschlachten und dann, irgendwann, konsequenterweise die "Zombie-Apokalypse". Das erklärt ganz beiläufig Regisseur Joss Whedon in einem Wahlkampfvideo für Barack Obama, während er in seiner Küche aufräumt.

Romney werde in der Sozial- und Gesundheitspolitik das Rad zurückzudrehen und das Land ins Chaos führen, lautet die Botschaft des Wahlkampfvideos, das mit der Zombie-Assoziation bemüht augenzwinkernd auf die Werke Whedons anspielt: Der hatte um die Jahrtausendwende große Erfolge mit den Vampirserien "Buffy - im Bann der Dämonen" und "Angel - Jäger der Finsternis".

Anders als hierzulande ist der Wahlkampf in den USA zum Teil einfach Unterhaltung. Es geht um Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Der Hund als Demonstrationsobjekt

Die bekannte Komikerin Sarah Silverman macht dem Multimilliardär Sheldon Adelson in einem bizarren Video ein unmoralisches Angebot: Adelson hatte gesagt, er werde 100 Millionen Dollar spenden, um eine zweite Amtszeit Obamas zu verhindern.

Silverman bittet ihn in ihrem Clip darum, das Geld lieber Obamas Kampagne zu spenden. Im Gegenzug bietet sie zwar keinen richtigen Sex (sie seien schließlich nicht verheiratet!), aber andere sexuelle Dienste an - und macht im Bikini mit einem struppigen Hund als Partner vor, wie sie sich das vorstellt.

Das erste Mal ist etwas Besonderes

Ebenfalls mit sexuellen Anspielungen sorgte kürzlich Lena Dunham, Autorin und Hauptdarstellerin der US-Serie "Girls", für Aufsehen. Man solle "das erste Mal" doch mit einem Mann haben, der sich wirklich um einen sorge, erklärt sie in einem Video ihren Mitbürgerinnen.

Sie selbst habe ein tolles erstes Mal gehabt - das erste Mal als Wählerin, als sie vor vier Jahren für Obama stimmte.

Romney als Eminem-Imitat

Zu einer ganz eigenen Kunstform sind Adaptionen von populären Liedern geworden. Etwa indem aus Reden der Kandidaten einzelne Wörter herausgeschnitten und zu einem Liedtext zusammengeschnitten werden, der über die Tonspur eines bekanntes Stückes gelegt wird.

"Will the real Mitt Romney please stand up?", eine Adaption von Eminems Welthit, wurde bei YouTube schon mehr als sechs Millionen Mal angesehen. Romney, dem die Demokraten nachsagen, er sei ein Wendehals, wird hier vom Viralvideo-Macher Hugh Atkin auf die Schippe genommen.

Obama macht den Jay-Z

Obama dagegen darf in einer Abwandlung des Songs "99 Problems" seines Unterstützers Jay-Z selbstbewusst erklären: "Ich habe 99 Probleme, aber Mitt ist keines davon".

Versprochen? Gebrochen!

Zwar hatten bislang eher Unterstützer Obamas als die Romneys mit kreativen Videos Erfolg, aber der Präsident bekommt auch so sein Fett weg.

Die weit verbreitete Gefühl, Obama habe seine mutigen Wahlversprechen von 2008 gebrochen, drückt sich beispielsweise in "Obama that I used to know" aus. "Du hast so getan, als wolltest du Guantanamo schließen". Oder, in Anspielung an die Drohnen-Angriffe auf Terrorverdächtige: "Manchmal denke ich, ein Friedensnobelpreisträger sollte keine Kill-List haben."

Fazit: "Du bist nicht der Obama, den ich einmal gekannt habe."