Klimapolitik Energiewende auf amerikanisch

Die USA zerstören die Jobs der Zukunft.

Von Michael Bauchmüller

Für einen wie Scott Pruitt ist die Bezeichnung "Umweltbehörde" ganz sicher nicht geschaffen worden. Dennoch hat Donald Trump ihn zum Chef derselben gemacht, und als solcher vollendet Pruitt nun, was er als Generalstaatsanwalt des Ölstaats Oklahoma in zahllosen Verfahren nicht geschafft hat: Er wickelt den Clean Power Plan ab, das Herzstück der US-Klimagesetze. Was Trump nur ankündigt, setzt Pruitt gnadenlos ins Werk.

Da nutzt es wenig, dass seine Behörde zuletzt mehr mit Hurrikans zu tun hatte als mit allem anderen, sie koordiniert Teile der Katastrophenhilfe. Aber der Klimawandel ficht Pruitt nicht an, und also auch keine Klimakatastrophe. Denjenigen, die in den USA gerade die Energiewende rückwärts probieren, geht es um Jobs - Jobs von gestern. Nicht von ungefähr enthüllte Pruitt seine Pläne in Kentucky, einem der fünf großen Kohlestaaten.

Nur gibt es auch noch 45 andere Staaten. Dort hat die Kohle schon länger keine Zukunft mehr. Zum einen, weil dort Schiefergas zu Preisen gefördert wird, bei denen auch so manche Kohlemine nicht mithalten kann. Zum anderen, weil Investoren auch in den USA ihr Geld vermehrt in erneuerbare Energien stecken. Die Internationale Energieagentur sieht sogar das Amerika Trumps derzeit als zweitstärksten Wachstumsmarkt bei Energie aus Sonne und Wind. Aber Pruitt und seine Kohlebehörde arbeiten hart daran, diese Jobs zu zerstören: die von morgen.