Kämpfe in Mali Französische Truppen kontrollieren Timbuktu

Schnelle Offensive im Norden Malis: Nach der Stadt Gao haben die französisch-malischen Truppen nach eigenen Angaben nun auch Timbuktu zurückerobert. Doch das heißt nicht, dass die Islamisten besiegt sind.

Malische und französische Truppen haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über die historische Wüstenstadt Timbuktu erlangt. Seit der Nacht zum Montag befinde sich die Stadt unter der Kontrolle der alliierten Streitkräfte, meldeten die Regierungen Frankreichs und Malis. Der Präsident Malis teilte per Twitter mit, die Truppen seien in Timbuktu und durchkämmten seit der Nacht die Stadt.

Ein Sprecher der französischen Streitkräfte in Paris hatte zuvor gesagt, die Truppen kontrollierten den Zugang zur Stadt und hielten den Flughafen des bislang von islamistischen Rebellen beherrschten Ortes unter Kontrolle. Fallschirmjäger und eine Hubschrauberstaffel hätten den Auftrag, eine Flucht der Feinde zu verhindern, sagte er weiter.

Diese haben dem Bürgermeister der Stadt, Hallé Ousmane zufolge, vor vier Tagen eine Bibliothek angezündet. Im Institut Ahmed Baba werden Tausende wertvolle Bücher und Manuskripte aufbewahrt. "Das ist eine Katastrophe für Timbuktu und die ganze Menschheit", sagte Ousmane. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte er, er habe diese Information vom Leiter seiner Öffentlichkeitsabteilung erhalten. Wie groß der Schaden ist, konnte der Bürgermeister nicht sagen.

Die Franzosen kämpfen seit mehr als zwei Wochen an der Seite von malischen Streitkräften gegen islamistische Extremisten im Norden Malis. Die Offensive scheint schnell fortzuschreiten. Am Wochenende hatten die Truppen bereits die wichtige Stadt Gao erobert. Damit kontrollieren die Rebellen von den drei größeren Städten im Norden des Landes damit nur noch Kidal.

Es ist allerdings unklar, wie dauerhaft diese Erfolge sein werden. Wie der britische Guardian schreibt, ist es im Krieg in Mali derzeit kaum zu richtigen Kämpfen gekommen. "Wir sind in Gao auf keinen Widerstand gestoßen; die bewaffneten Gruppen hatten die Stadt bereits verlassen", sagte ein malischer Oberst am Montag im Rundfunk. Auch aus Timbuktu berichteten Augenzeugen, dass die Islamisten kaum Gegenwehr geleistet hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die islamistischen Kämpfer hätten sich vielmehr einfach zurückgezogen oder seien mit der zivilen Bevölkerung "verschmolzen", schreibt der Guardian weiter. "Die Rebellen sind nicht weit weggegangen", berichtete ein Bewohner der Gegend. "Sie sind in den umliegenden Dörfern."

Timbuktu ist ein Labyrinth aus jahrhundertealten Moscheen, Monumenten und Lehmziegel-Häusern. Im vergangenen Jahr hatten die Islamisten einen Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen zerstört. Nach Darstellung von Historikern traf dies wichtige Stätten, die zur Geschichte des Islam in Afrika gehören. Die Zerstörung löste weltweit Proteste aus.