Jerusalem Israels Vize-Regierungschef tritt nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurück

  • Inzwischen bezichtigen sieben Frauen Israels Vize-Regierungschef der sexuellen Belästigung.
  • Silvan Schalom legte am Sonntag alle Ämter nieder.
  • Die neuerlichen Vorwürfe kommen eineinhalb Jahre, nachdem eine ähnliche Ermittlung ergebnislos eingestellt wurde.

Der stellvertretende Regierungschef von Israel, Silvan Schalom, ist am Sonntagabend zurückgetreten und hat zudem sein Abgeordnetenmandat niedergelegt. Israelische Medien hatten in den vergangenen Tagen berichtet, Schalom solle im Laufe seiner politischen Karriere mehrere Frauen sexuell belästigt haben.

Die Staatsanwaltschaft wies am Sonntag die Polizei an, die Anschuldigungen zu untersuchen. Shalom begründete sein Ausscheiden aus der Politik unter anderem mit der Befürchtung, der Fall könnte sich auf seine Familie auswirken.

Er habe der israelischen Öffentlichkeit 23 Jahre lang gedient, zitierte die Nachrichtenseite Ynet aus Schaloms Erklärung. "In der vergangenen Woche habe ich genug von dem qualvollen Pfad bekommen, auf dem ich gehe." Seine Familie stehe hinter ihm, so Schalom weiter, "aber es gibt keine Rechtfertigung für den Preis, der von ihnen verlangt wird."

Der Rücktritt Schaloms, der auch amtierender Innenminister war, dürfte keine Auswirkungen auf die Stabilität der Regierung in Israel haben.

Vor eineinhalb Jahren wurden Ermittlungen nach ähnlichen Vorwürfen gegen Schalom ergebnislos eingestellt; am vergangenen Donnerstag gingen zwei Frauen an die Öffentlichkeit, die angaben, von Schalom sexuell belästigt worden zu sein. Die neuerlichen Anschuldigungen reichen von unangemessenen Annäherungsversuchen bis hin zu versuchter Vergewaltigung. Insgesamt berichten inzwischen sieben Frauen von sexueller Belästigung durch Schalom.