Sie schmieren Hassparolen auf Häuser, legen Brandsätze und schrecken auch vor Gewalt gegen die eigene Armee nicht zurück: Radikale jüdische Siedler aus dem Westjordanland sehen die Friedensbemühungen in Nahost als Bedrohung und fordern deshalb die Regierung in Jerusalem heraus. Die vergleicht die Angriffe offen mit Terrorismus.
Die zunehmende Gewalt radikaler Siedler schreckt die Regierung in Jerusalem auf. Nach Brandstiftungen in Moscheen und Angriffen auf israelische Soldaten scheint eine rote Linie überschritten zu sein, die den Staat zum Handeln zwingt. Premierminister Benjamin Netanjahu spricht von einer "Gefahr für die Demokratie und für die Sicherheit". Er habe den Streitkräften die Vollmacht erteilt, Verdächtige zu verhaften, Extremisten den Zugang zu bestimmten Orten zu verwehren und Gewalttäter vor Militärgerichte zu bringen, sagte er am Mittwoch.
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"Nur ein toter Araber ist ein guter Araber" - Radikale jüdische Siedler beschmierten diese Moschee in Jerusalem. (© REUTERS)
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Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, es gebe keinen Zweifel, dass diese Taten mit Terror zu vergleichen seien. Geprüft wird nun, ob die sogenannte Hügeljugend, die berüchtigt ist für ihre Gewaltbereitschaft, zur Terrororganisation erklärt und entsprechend bekämpft werden kann. Die Radikalen beantworten indes die politischen Diskussionen mit neuen Gewalttaten.
Am Mittwochmorgen musste die Jerusalemer Polizei zum Löschen einer historischen Moschee im Stadtzentrum ausrücken. Brandstifter hatten sich in der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Nebi-Akasha-Moschee ans Werk gemacht, die in einem von ultra-orthodoxen Juden bewohnten Viertel liegt und nicht mehr als Gotteshaus genutzt wird. Im Inneren fanden die Einsatzkräfte mehrere hebräische Graffiti. "Nur ein toter Araber ist ein guter Araber", war dort zu lesen, und der Prophet Mohammed wurde als "Schwein" beschimpft.
Hinweise auf die Täter gab zudem die Aufschrift "Preisschild". So markieren radikale Siedler ihre Racheaktionen. Sie warnen damit vor dem hohen Preis, der zu zahlen sei, wenn ihre illegalen Siedlungsaußenposten geräumt werden. Als die Polizei später sechs Verdächtige festnahm, kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen.
Es war bereits der sechste Brandanschlag auf eine Moschee in diesem Jahr. Auch international löst das Besorgnis aus. Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte, "derartige Provokationen" würden die Bemühungen um Frieden in Nahost belasten. Den Friedensprozess sehen die 300.000 jüdischen Siedler im Westjordanland allerdings nur als Bedrohung ihrer Position, und eine radikale Minderheit fordert immer häufiger auch die israelische Staatsmacht offen heraus.
"Schade, dass sie nicht geschossen haben"
Die Übergriffe und Provokationen wirken gut koordiniert. So war in dieser Woche zunächst eine Gruppe ins Sperrgebiet an der israelisch-jordanischen Grenze eingedrungen. Bei der Räumung durch die Armee wurden 17 Personen vorübergehend festgenommen.
Später hatten mehrere hundert Siedler nahe des zum Abriss anstehenden Außenpostens Ramat Gilad zunächst Steine auf vorbeifahrende Autos von Palästinensern geworfen und dann die anrückenden Soldaten ins Visier genommen. Zwei Offiziere wurden verletzt. Mit einem Bus fuhren die Randalierer anschließend zum Eingang des Armeecamps der Ephraim- Brigade. Ungehindert drangen sie dort ein, legten Feuer, zerschlugen die Scheiben von Armeefahrzeugen und durchstachen die Reifen, bis schließlich die Polizei eintraf und die Randalierer stoppte.
Dieser Vorfall schlägt nun Wellen bis nach Jerusalem. Der zuständige Kommandeur, Generalmajor Avi Mitzrahi, erklärte: "In meinen 30 Jahren bei der israelischen Armee habe ich niemals solchen Hass von Juden gegen Soldaten gesehen". Ex-Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser von der oppositionellen Arbeitspartei macht der Armee den Vorwurf, sie hätte härter auf den Angriff reagieren müssen. "Schade, dass sie nicht geschossen haben", sagt er. Wer einen Armeestützpunkt stürme, müsse mit dem Tod rechnen. Auch Siedlerführer distanzierten sich von den gewaltsamen Aktionen. Der Angriff sei "schändlich", sagte Danny Danon, der Vorsitzende des Yescha-Siedlerrats. Netanjahu beauftragte eine Kommission damit, einen Maßnahmen-Katalog vorzulegen.
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(SZ vom 15.12.2011/mane)
Müll am Fluss
..."Ohnehin ein Wunder das die zu Hunderttausenden geknechteten, unterdrückten, enteigneten und vertriebenen Palästinenser seit Jahrzehnten derart friedlich und passiv gelieben sind."
Wenn dem so wäre, wie Sie schreiben, warum setzen Sie sich nicht einmal abewchslungshalber für die Kurden ein, dass sind doch mit 25 Millionen mehr als zwei bis dreimal soviele Menschen wie die Palästinenser ?
Und es sind doch auch nicht schlechtere Muslime oder schlechtere Menschen als die Palästinenser ?
Und bezüglich Vertreibung oder Vorenthaltung eines eigenen Staates gelten für diese doch die gleichen Prämissen, welche Sie aufgestellt haben, oder vielleicht nicht ?
Zunächst sind die gröbsten Hasbara-Trolle die Funktionäre der Fatah und Hamas selbst, die immerzu das Bild der friedliebenden Palästinenser beschädigen. Beschweren Sie sich bitte erst einmal dort ...
Zweitens betreiben Sie hier selbst jene heuchlerische Propaganda, die sie anderen immer vorwerfen. So wissen Sie genau, dass selbst die Hamas den Tod von 850 Kämpfern bedauerte, während Sie nach wie vor von 1500 toten Zivilisten sprechen.
Zu Ihrer "Bedrohung für den Weltfrieden": Während diese einstmals anerkannte Zeitung dauernd und immerzu und vor allem einseitig über den Nahostkonflikt berichtete, z.B. über den Gaza-Feldzug mit 1500 Toten, während gleichzeitig in Sri Lanka 40.000 Zivilisten von der Armee massakriert wurden, ohne dass dies in dieser Zeitung über "Politik kompakt" hinausgekommen wäre. Diese - insbesondere bei deutschen Medien festzustellende - Fixierung auf den Nahen Osten und Israel, vor allem, wenn sie sich dann in einer solch ausgewogenen Berichterstattung widerspriegelt, führt dann dazu, dass dieser unüberschaubare Konflikt als besonders bedrohlich wahrgenommen wird; im Gegensatz zu Pakistan, dem derzeit wohl brandgefährlichsten Ort der Welt.
Soviel zur schlichten Weltanschauung. Aber was soll man denn schon von einem Volk halten, das an Joghurt glaubt ...
@fiesematente, ersparen Sie uns bitte diese Hasbaratrolligen Relativierungs und Rechtfertigungsversuche, denn ist es Ihnen etwa entfallen das die Israelis seit über 60! Jahren Besatzer sind, deren Bekämpfung gemäs internationalem Recht, Kriegsrecht und der Genfer Konvention VÖLLIG LEGITIM ist!
Ohnehin ein Wunder das die zu Hunderttausenden geknechteten, unterdrückten, enteigneten und vertriebenen Palästinenser seit Jahrzehnten derart friedlich und passiv gelieben sind.
Ihre Aufrechnerei ist auch dahingehend verlogen, wiedrwärtig und absurd, da alleine beim verbrecherischen Blutbad in Gaza durch die IDF bis zu 1.400 Zivilisten ermordet und bis zu 5.000 teils schwer versümmelt wurden, darunter hunderte Frauen und Kinder.
Israel ist nicht nur (neben den USA) der ärgste Feind des Weltfriedens, sondern wie man sieht sich sogar selbst der größte Feind.
Immerhin spricht der isr. Verteidigungsminister von "Terroristen", während die pal. Politiker ihre Terroristen als "Märyrer" loben.
Immerhin wird die Gewalt der Siedler von vielen / den meisten Israelis abgelehnt, während z.B. der Mord an der Familie Fogl von einer Mehrheit der Gaza-Palästinenser begrüßt wurde.
Und immerhin handelt es sich hier "nur" um eine radikale Gruppe Siedler, während die "Sch.we.ine"-Parolen im PA-Staatsfernsehen sogar im Kinderprogramm laufen (kann auf Youtube angeguckt werden). Und immerhin zünden diese isr. Terroristen lediglich verlassene Moscheen an, während das pal. Pendant gerne mal mit Raketen auf Schulbusse schießt.
Und zumindest, auch wenn dies hierzulande niemand als berichtenswert empfindet, sollte man sich folgende Zahlen vor Augen halten:
"Nach Angaben der zweifellos israel-kritischen Organisation „B’Tselem“ wurden seit dem Jahr 2000 im Westjordanland 46 Araber von jüdischen Zivilisten getötet, im Gazastreifen waren es vier. Von diesen 50 Palästinensern waren 20 bewaffnet in jüdische Gemeinden eingedrungen. Zwei weitere Araber hatten Sicherheitsleute angegriffen.
Im selben Zeitraum wurden laut "B'Tselem" im Westjordanland 215 und im Gazastreifen 39 jüdische Zivilisten von Arabern umgebracht. In fast allen Fällen war deutlich, dass die Palästinenser ihre Opfer gezielt angegriffen hatten. Mehrfach drangen sie in Wohnhäuser ein und schlachteten ganze Familien ab oder verübten Anschläge auf Fahrzeuge."
"Siedler" mit Millionen an Gelder auch aus dem Ausland heran und nun will man sie angeblich "bekämpfen". Wer's glaubt....
Jahrelang hat die israelische Justiz allen Verbrechen von jüdischen Israelis an Palästinensern völlig tatenlos zugeschaut. Für Mord gab es, wenn überhaupt mal eineGerichtsverhandlung stattfand, lächerliche Strafen von wenigen Wochen oder ein paar Monaten und nun wundert man sich über die Folgen? Wer ein Klima völliger Straffreiheit schafft, braucht sich über die Folgen nicht zu wundern.!
"Straffreiheit
Israelische Soldaten, Angehörige der Sicherheitskräfte und israelische Siedler verübten weiterhin schwere Menschenrechtsverstöße an Palästinensern, darunter ungesetzliche Tötungen. Sie wurden dafür in der Regel nicht bestraft. Siedler schossen auf Palästinenser und zerstörten ihr Eigentum. Nur in extrem seltenen Fällen wurden die Verantwortlichen für ihr Vorgehen zur Rechenschaft gezogen."
www.amnesty.de/jahresbericht/2011/israel-und-besetzte-palaestinensische-gebiete
"1980 erschoss Levinger einen palästinensischen Ladenbesitzer in Hebron, als er palästinensische Jugendliche durch Luftschüsse vertreiben wollte.
Als 1984 eine terroristische Splittergruppe aus den Reihen von Gusch Emunim bei den Vorbereitungen zu einer Sprengung von fünf arabischen Bussen erwischt wurde, überführte man Rabbi Mosche Levinger der Mittäterschaft, und er bekam eine mittellange Haftstrafe, von der er jedoch nur zwölf Tage absaß.
Im Mai 1990 erschoss Levinger einen Palästinenser und erhielt dafür eine fünfmonatige Haftstrafe, von der er jedoch nur etwa zehn Wochen absaß." de.wikipedia.org/wiki/Mosche_Levinger
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