Gewalt in ägyptischer Stadt Suez Muslimbrüder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt

Es sind die ersten Urteile gegen Muslimbrüder nach dem Sturz von Präsident Mursi: Ein Militärtribunal verhängt Haftstrafen gegen Dutzende Mitglieder der islamistischen Organisation. Einer von ihnen muss wegen der Angriffe auf Streitkräfte in Suez lebenslang ins Gefängnis.

Ein ägyptisches Militärgericht hat am Dienstag 52 Anhänger der Muslimbruderschaft zu teils langjährigen Haftstrafen verurteilt. Wie aus Militärkreisen verlautete, wurde ein Mitglied der islamistischen Bewegung zu lebenslanger Haft verurteilt, drei Muslimbrüder sollen nach dem Willen des Gerichts 15 Jahre hinter Gitter, 48 weitere Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen zwischen fünf und zehn Jahren.

Zwölf Angeklagte wurden freigesprochen. Die Armee hatte zuvor von lebenslangen Haftstrafen für elf Muslimbrüder in dem Prozess gesprochen, korrigierte diese Angaben später aber.

Sie waren angeklagt, Mitte August 2013 Streitkräfte in Suez mit Schüssen angegriffen zu haben. Den Krawallen war die gewaltsame Räumung von zwei Protestlagern der Islamisten durch ägyptische Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Kairo vorausgegangen.

Mursi erwartet Anklage wegen Anstiftung zum Mord

Es waren die ersten Urteile gegen Mitglieder der Organisation seit dem Sturz des aus ihren Reihen hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi am 3. Juli. Der Sturz Mursis hatte zu einer Erhebung der Muslimbrüder gegen die Sicherheitskräfte und die Gegner des Präsidenten geführt. Im Zuge der Niederschlagung der Proteste wurde inzwischen nahezu die gesamte Führungsriege der Muslimbrüder festgenommen.

Mursi selbst wird wegen Anstiftung zum Mord angeklagt. Er soll sich wegen des Todes mehrerer Demonstranten bei Protesten von Mursi-Gegnern im Dezember 2012 vor Gericht verantworten.