Gewalt im öffentlichen Raum Friedrich fordert mehr Videoüberwachung

Der tödliche Angriff auf einen 20-Jährigen am Berliner Alexanderplatz hat eine Diskussion darüber ausgelöst, wie brutale Gewalt verhindert werden kann. Innenminister Friedrich spricht sich nun für mehr Kontrolle aus - und schlägt unter anderem vor, die Videoüberwachung auszuweiten.

Nach der tödlichen Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz plädiert Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dafür, die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen auszuweiten. "Ich halte es für richtig, dass an Plätzen oder Straßen, an denen es auffällig viel Kriminalität gibt, mehr Kameras installiert werden", sagte er der Welt am Sonntag.

Erst in der vergangenen Woche hatte eine Gruppe junger Männer einen 20-Jährigen in der Nähe des Alexanderplatzes in Berlin so schwere Tritte zugefügt, dass er starb. Die brutale Attacke hat eine neue Debatte über Gewalt in Berlin ausgelöst.

Friedrich begründete die Forderung nach erweiterter Kameraüberwachung folgendermaßen: Videokameras seien ein sehr effizientes Mittel, das oft abschreckend und präventiv wirke. "Gewalttäter wissen so, dass sie gefilmt werden. Videoüberwachung kann dazu beitragen, dass die Kriminalität zurückgeht".

"Mehr Polizeistreifen tragen zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei"

Auch für eine verstärkte Polizeipräsenz hält der Innenminister für sinnvoll: "Mehr Polizeistreifen und mehr Präsenz im öffentlichen Raum tragen ganz wesentlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei. Stadtviertel, in denen sich Bürger nicht mehr sicher bewegen können, darf es nicht geben." Alles andere sei eine Kapitulation des Staates.

Der Berliner Polizei zufolge ist die Gruppengewalt in der Hauptstadt um 20 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Körperverletzungen um 14,5 Prozent. Zwar hat dies wohl auch demografische Gründe, weil die Zahl junger Menschen abnimmt, aber auch bei erwachsenen Straftätern lässt sich in Berlin kein nennenswerter Anstieg der Rohheitsdelikte feststellen.

Berlins Innensenator Frank Henkel sprach nach dem tödlichen Angriff von "Verrohung und Gefühlskälte". Nach Einschätzung des Gewaltforschers Wilhelm Heitmeyer handelt es sich bei brutalen Gewaltausbrüchen auch um eine Folge der Deklassierung durch soziale Ungerechtigkeit.