GEW-Chefin Marlis Tepe "Wir sind mutiger geworden"

Marlis Tepe, 63, ist seit 2013 Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bis dahin war sie als Lehrerin an einer Grund- und Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein tätig.

(Foto: Patrick Seeger/picture alliance)

Beamtete Lehrer dürfen nicht die Arbeit niederlegen, selbst wenn sie mit ihrem Gehalt unzufrieden sind. Die GEW-Chefin Marlis Tepe erklärt, warum ein Streikrecht dringend nötig wäre.

Interview von Detlef Esslinger

SZ: Warum ist Ihnen das Streikrecht für Studienräte so wichtig?

Marlis Tepe: Es geht uns darum, dass den Beamtinnen und Beamten nicht länger ein Grundrecht vorenthalten wird. Das Streikverbot ist aus der Zeit gefallen.

Zugleich sind viele der Ansicht, auch die Privilegien der Beamten seien aus der Zeit gefallen: Beihilfe zu Krankheitskosten, Pension statt Rente. Diese Privilegien wollen Sie doch sicher behalten?

Darauf kann man eine ganz praktische Antwort geben: Wenn die IG Metall streikt, lehnt das niemand mit ...