Gelockerte Sanktionen Iran lässt "Washington Post"-Korrespondenten frei

  • Iran lässt den Washington-Post-Korrespondenten Jason Rezaian frei.
  • Der US-Journalist sei ebenso wie der Pfarrer Said Abedini unter den vier Gefangenen mit doppelter Staatsbürgerschaft, deren Freilassung die iranische Justiz kurz zuvor vermeldet hatte.
  • Die USA sollten laut dem Staatsfernsehen im Gegenzug sieben Iraner freilassen.

Vor der erwarteten Umsetzung des Atomabkommens hat Iran vier US-Häftlinge freigelassen. Unter ihnen sei auch der wegen Spionage verurteilte Washington Post-Bürochef in Teheran, Jason Rezaian. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und sein US-Kollege John Kerry kamen in Wien zusammen. Nach den Gesprächen wurde eine Ankündigung erwartet, dass Iran seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen erfüllt hat. Das ist Voraussetzung für die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Teheran.

Im Zuge der Atomverhandlungen kamen sich Sarif und Kerry offenbar auch in der Frage der inhaftierten Amerikaner näher. Neben Rezaian sollen auch der ehemalige US-Soldat Amir Hekmati, der Priester Saeed Abedini und der Unternehmer Siamak Namazi freigelassen worden sein. Im Gegenzug wurden sieben Iraner aus US-Gefängnissen freigelassen und bereits nach Teheran gebracht.

Rezaian, der neben der amerikanischen auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde 2015 in einem Prozess hinter verschlossenen Türen wegen Spionage verurteilt. Hekmati befand sich wegen Spionage ebenfalls seit 2011 in Haft, Abedini seit 2012.

Der Gefangenenaustausch dürfte auch in Wien noch einmal Thema zwischen Sarif und Kerry gewesen sein. Der iranische Außenminister erwartete sich vom Samstag aber vor allem die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen sein Land. "Alle drückenden Zwangsmaßnahmen, die Iran aufgebürdet wurden, werden heute annulliert", sagte er, bevor er mit Kerry und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zusammentraf.

Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurde vor wenigen Tagen der Kern des einzigen Schwerwasserreaktors des Landes in Arak entfernt. Die nach der Demontage verbliebenen Löcher sollten mit Beton gefüllt werden. Es war eine der Vereinbarungen des Atom-Deals, dass in dem Reaktor in Arak kein nuklearwaffenfähiges Plutonium mehr produziert werden kann.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) muss Iran aber noch attestieren, dass er seine Verpflichtungen erfüllt hat, damit die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran aufgehoben werden. Iran hatte sich im Juli mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland darauf geeinigt, sein Atomprogramm zu beschränken. Dies soll auf Jahre hinaus sicherstellen, dass die Islamische Republik keine Nuklearwaffen bauen kann. Die Regierung in Teheran hat stets versichert, nie am Bau von Atomwaffen interessiert gewesen zu sein.