Altbundespräsident Gauck: Migranten müssen Deutschland und seine Werte akzeptieren

Findet es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können: Joachim Gauck.

(Foto: imago/Susanne Hübner)
  • Altbundespräsident Gauck hat sich in der Debatte um Migration und Flüchtlinge in Deutschland zu Wort gemeldet.
  • Er spricht sich für verbindliche Regeln des Zusammenlebens und gegen Parallelgesellschaften aus.

Altbundespräsident Joachim Gauck hat in einem Interview Zuwanderer dazu aufgefordert, Deutschland und seine Werte zu akzeptieren. "Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können, keine Elternabende ihrer Kinder besuchen oder diese sogar vom Unterricht oder vom Sport fernhalten", sagte Gauck der Bild-Zeitung.

"Wir erwarten von denen, die zu uns kommen, dass sie bereit sind, das Land, wie es gewachsen ist und seine Werte zu akzeptieren", sagte Gauck. Da dürfe es "keine falsche Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten". Es müsse "so etwas wie verbindliche Regeln für das Zusammenleben geben und nicht mehrere Gesellschaften nebeneinander".

Heimatbegriff von "Missbrauch befreien"

Gauck begrüßte zudem die Wiederentdeckung des Begriffs "Heimat" in der öffentlichen Diskussion: "Es war und ist überfällig, den Begriff vom früheren politischen Missbrauch zu befreien", sagte Gauck mit Blick auf die Nationalsozialisten und die DDR-Führung. "Deutschland brauchte also durchaus eine Erholung von diesen missbrauchten Begriffen. Die ist inzwischen gut und weit gediehen."

Auslöser für die Heimat-Diskussion ist nach Gaucks Ansicht insbesondere die Flüchtlingsdebatte: "Dass wir uns jetzt besonders mit dem Begriff 'Heimat' beschäftigen, hängt in der Tat mit der Flüchtlingskrise zusammen." Durch die Zuwanderung entstehe bei manchen Menschen das Gefühl, in Deutschland nicht mehr zu Hause zu sein. Er warnte aber zugleich davor, den Begriff "Heimat" zu "verkitschen". Heimat sei für ihn "das Gefühl einer ganz eigenen Sicherheit und eines Zutrauens zu sich selbst".

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