Giftgas im Ersten WeltkriegDie Waffe, die durch alle Ritzen kriecht

Vor hundert Jahren begann der Gaskrieg an der Westfront. Zuerst sollten die Angriffe den Gegner aus den Schützengräben treiben. Doch bald ging es darum, möglichst viele feindliche Soldaten zu töten - auch jene, die mit konventionellen Waffen nicht erreicht werden konnten.

Beim ersten Einsatz von Chlorgas öffneten deutsche Soldaten am 22. April 1915 bei der Stadt Ypern Gasflaschen, deren Inhalt vom Wind zu den französischen Stellungen getrieben wurde. Bald wurde das Giftgas auch an der russischen Front verwendet (Bild). "Erst haben wir die russischen Soldaten mit unserem Gas angegriffen, und als wir dann die armen Kerle liegen sahen, haben wir ihnen mit unseren Selbstrettern das Atmen erleichtert. Da wurde uns die ganze Unsinnigkeit des Krieges bewusst. [...] Doch retten konnten wir die armen Menschen nicht mehr", schrieb der Physiker Otto Hahn später in seiner Biografie.

Bild: SZ Photo 22. April 2015, 13:402015-04-22 13:40:29 © SZ.de/mcs/mane