Forschungsbericht US-Atommeiler gegen Anschläge schlecht geschützt

107 Atomkraftwerke gibt es in den USA. Einer Untersuchung zufolge ist keines von ihnen gegen einen konzertierten Terrorangriff geschützt. In manchen Meilern soll zudem der Diebstahl nuklearen Materials möglich sein. Ein wesentlicher Grund: laxe Vorschriften.

Die US-Atomkraftwerke sind einer Untersuchung zufolge nur schlecht gegen Anschläge geschützt. Weder die landesweit 104 kommerziellen Meiler noch die drei Forschungsreaktoren seien gegen einen konzertierten Angriff gewappnet, wie es ihn am 11. September 2001 gegeben habe, hieß es in einem Experten-Bericht der Universität von Texas.

Das liege auch an laxen Vorschriften, schreibt das Nuclear Proliferation Prevention Project (NPPP) weiter. So fordere die US-Atomaufsicht NRC nur, dass die Kraftwerke sich gegen Angriffe von bis zu sechs Personen schützen können müssten. Auch der Schutz etwa gegen Panzerfäuste sei nicht vorgeschrieben. Der Diebstahl von Nuklear-Material, das zum Atomwaffenbau genutzt werden könne, sei in einigen Anlagen ebenfalls möglich. Ebenso wie Sabotageakte, die zu einer Kernschmelze führen könnten.

So muss dem Bericht zufolge, der im Auftrag des Verteidigungsministeriums erstellt wurde, zudem größere Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, dass in den Atomkraftwerken Beschäftigte mit ihrem Insider-Wissen möglicherweise zu Sabotageaktionen beitragen könnten.

Die zuständige Behörde wies die Vorwürfe zurück. Der Bericht enthalte keine neuen Informationen und Erkenntnisse, sagte ein Sprecher der Nuclear Regulatory Commission (NRC) CNN zufolge. Die Behörde habe die Sicherheitsanforderungen in der Vergangenheit verstärkt und sei zuversichtlich, dass die Kraftwerke ausreichend geschützt seien.