Fehlende russische Gaslieferungen Kiew bis Oktober ohne warmes Wasser

Weil Russland seine Gaslieferungen eingestellt hat, sind die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt Kiew monatelang von der Warmwasserversorgung abgeschnitten. Bürgermeister Klitschko hofft auf das Verständnis der Bevölkerung.

  • In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind die Menschen bis mindestens Oktober von der Warmwasserversorgung abgeschnitten.
  • Hintergrund ist die wirtschaftlich angespannte Lage sowie die Einstellung russischer Gaslieferungen.

Kein warmes Wasser für zwei oder drei Wochen? Das ist in Kiew im Sommer ziemlich normal. So soll Gas gespart werden, das im Winter dringend gebraucht wird. Doch nun soll in der ukrainischen Hauptstadt für sehr viel länger auf warmes Wasser verzichten.

Die Wärmekraftwerke würden von diesem 4. August an nicht mehr mit Gas versorgt, teilte das private Unternehmen Kievenergo mit, dem der ukrainische Milliardär Rinat Achmetow vorsteht. Zuvor hatte bereits Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko angekündigt, dass die Warmwasserversorgung in diesem Jahr bis Oktober unterbrochen bleibe. "Wir müssen auf warmes Wasser verzichten, um in den Depots Gas für den Winter zu speichern", erklärte Klitschko. Er hoffe, die Menschen würden Verständnis für diese Maßnahme aufbringen

Berlin stoppt Rüstungsdeal mit Moskau

Die EU hat Sanktionen gegen Russland beschlossen, aber das betraf bislang nur künftige Geschäfte. Jetzt geht Wirtschaftsminister Gabriel noch einen Schritt weiter: Er widerruft eine Genehmigung für ein 100-Millionen-Euro-Projekt von Rheinmetall. Von Nico Fried und Christoph Hickmann mehr ...

Ein städtischer Beamter warnte vor großen Problemen im Winter, sollte nicht jetzt mit der Gasspeicherung begonnen werden. Seiner Einschätzung nach werde Kiew bis zu Beginn der Heizsaison ohne Warmwasser auskommen müssen.

Die monatelange Unterbrechung der Warmwasserversorgung in diesem Jahr hängt mit im Juni erfolgten Einstellung russischer Gaslieferungen in die Ukraine zusammen. Die Ukraine hatte sich geweigert, den von Russland geforderten Gaspreiserhöhungen nachzukommen, die Moskau nach dem Sturz des prorussischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch verlangt hatte.