Merkels Medienberaterin Eva Christiansen steigt auf zur Doppelreferatsleiterin im Kanzleramt. Sie dürfte inzwischen mächtiger sein als der formale Chef des Hauses.
Manche behaupten von ihr, sie wisse mehr über Angela Merkel als der Kanzlerin-Gatte Joachim Sauer. Eva Christiansen gehört zum engsten Kreis um die CDU-Chefin, zum inner circle - so wie die getreue Büroleiterin Beate Baumann.
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Die Kanzlerin und Eva Christiansen: Schon 2005 wich Christiansen nicht von Merkels Seite. (© Foto: dpa)
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Merkel, Baumann, Christiansen - das wurde in der Presse als Girls Camp im Kanzleramt vorgeführt.
Jetzt bedankt sich Angela Merkel für die treuen Dienste. Eva Christiansen leitet - wie jetzt bekannt wurde - seit Anfang März neben dem von der Kanzlerin speziell für Christiansen geschaffenen Referat Medienberatung auch das Referat "Politische Planung, Grundsatzfragen, Sonderaufgaben". Damit sind Christiansen jetzt unter anderem auch Merkels Redenschreiber unterstellt.
Eva Christiansen hat damit die komplette Außenwirkung der Kanzlerin unter sich. Sie sagt, wie das Licht im Fernsehstudio für das Kanzlerduell zu sein hat. Sie bestimmt, welchen Medien wann Interviews mit der Kanzlerin gewährt werden. Sie gibt vor, in welchem Duktus ihre Reden zu schreiben sind. Sie berät die Kanzlerin auch, wenn es um die Garderobe für die Wagner-Festspiele in Bayreuth geht.
Während Regierungssprecher Ulrich Wilhelm die Stimme Merkels im politischen Alltagsgeschäft ist, ist Christiansen für das look and feel der Kanzlerin, für das Gesamtkunstwerk Merkel zuständig. Sie interessiert weniger, was die Regierungschefin sagt, sondern eher wie, wo und unter welchen Umständen. Dass Christiansen damit Erfolg hat, beweisen die seit Jahren guten Persönlichkeitswerte der Kanzlerin in Umfragen.
Eine mögliche Erklärung für den neuerlichen Aufstieg von Christiansen könnte der Zustand der schwarz-gelben Koalition sein. Schon bald nach dem Start verhedderten sich die Parteien im Streit um Steuervergünstigungen und Kopfpauschale, der auch Merkel in Gefahr bringen könnte.
Mehr Einfluss auf Merkel hat formal nur noch Christiansens direkter Vorgesetzter, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla. Und selbst da kann der sich nicht so sicher sein.
Bisheriger Leiter der Grundsatzabteilung war Matthias Graf von Kielmansegg. Er wurde zum Gruppenleiter in der Abteilung 3 befördert und zeichnet nun zuständig für Gesellschaftspolitik, Bildung und Forschung. Ein Umstand, den das Kanzleramt nicht als Abstieg oder gar Entmachtung gewertet sehen will. Angeblich hat Kielmansegg selbst um eine neue Aufgabe gebeten, was Christiansens Machtzuwachs ermöglichte.
Die 1970 geborene Christiansen ist an Merkels Seite, seit die Ostdeutsche 1998 - noch in Bonn - als Generalsekretärin der CDU ins Konrad-Adenauer-Haus zieht. Christiansen arbeitet damals bereits als stellvertretende Parteisprecherin für die CDU, deren Mitglied sie erst seit 1997 ist. Unter Angela Merkel wird Christiansen Parteisprecherin, dann Fraktionssprecherin. Nach ihrem Wahlsieg 2005 nimmt Merkel die ersten Helferinnen Baumann und Christiansen mit ins Kanzleramt.
Kurz danach wird Eva Christiansen Mutter. 2007 kehrt sie zurück, zunächst auf 28-Stunden-Basis. Ihre Prioritäten würden jetzt bei ihrem Kind liegen, heißt es damals. Inzwischen dürfte sie wieder mehr Zeit für ihre Chefin haben.
Was man noch über Christiansen weiß: Sie ist Katholikin, Sternzeichen Löwe, tanzte Ballett. Ihr Mann heißt Gordon, die gemeinsame Tochter Sophie Leonor.
Eva Christiansen redet nicht gerne über sich, noch weniger über die Kanzlerin. Einladungen zu Hintergrundgesprächen mit Journalisten lehnt sie regelmäßig dankend ab. Als Medienberater können viele tätig sein - doch Christiansens größter Vorzug ist, dass sie schweigen kann. Mal abgesehen davon, dass ihr das nicht mal schwerzufallen scheint.
Es sichert ihr etwas, womit Merkel ohnehin nur sehr sparsam umgeht: das Vertrauen der Kanzlerin.
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(sueddeutsche.de/gba)
Müll am Fluss
Das wird das Land retten.
Na wunderbar - das "Girls Camp" im Kanzleramt scheint doch ausgezeichnet zu funktionieren.
Dass nun die "Medienberaterin" Christiansen für die Kanzlerin auch das Referat "Politische Planung, Grundsatzfragen, Sonderaufgaben" führen darf, ist doch nur eine konsequente Umsetzung der Lebenerfahrung unserer Kanzlerin.
Die war, wie wir wissen, vor der "Wende" in der DDR eine stramme FDJ-Funktionärin bei der Akademie der Wissenschaften - zuständig für Propaganda....
Ja, davon versteht sie was, unsere Kanzlerin...
... und liebedienerischer Beitrag von Denkler. Liest sich wie vom Kanzleramt, womöglich der dollen, dollen Frau Christiansen höchstpersönlich bestellt. Ich kann mir diese Merkel-hörige Hofberichterstattung echt nicht mehr geben. Hört endlich damit auf diese (erschreckend durchschnittliche) Frau zu hypen - die Realität im Berliner Regierungsalltag bietet dafür doch auch nicht die geringste Grundlage!
Die Wagenburg schließt sich.
Wer das Abtauchen der Kanzlerin hinter die schützenden Wände der Reichskanzlei am Spreeufer beobachtet, kann nur noch von schlimmen Ahnungen heimgesucht werden.
Immerhin, nach der Vollendung der geistig-moralischen Wende durch die Etablierung der gesetzlich vollkommen deregulierten Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft und deren volkswirtschaftliche Zusammenbruchsauswirkungen, die ja der Preis für die betriebswirtschaftlichen Bereicherung der Lobby- und Privilegiertenkreise um Kohl, Genscher, Merkel, Westerwelle und umzu herum sind, kommen die Einschläge langsam näher.
Aber: Der Endsieg ist ja schon vom Parlament beschlossen. Das Konjunkturwiederbelebungsprogramm mit dem Einsatz der V999, dem finalen und lethalen Staatsverschuldungsprogramm des Übervaters Schäuble.
Scheinbar sind die Deutschen so dumm wie Hamburger von McDo.
...wie man sich einen zuverlässigen, abhängigen Kreis von Mitarbeitern aufbaut und sichert: Bei Kohl waren es die beide aus einfachen Verhältnissen stammenden Eduard Ackermann und Juliane Weber(Kohl hatte sie persönlich ohne Studium zur Ministerialdirektorin A16 befördert),die den Kanzler vor unangenehmen Überraschungen schützen sollten - und das meist auch erfolgreich getan haben. Bei Angela sind es wieder zwei unscheinbare, aber effektive Mitstreiter(-innen).Das Geheimnis des Erfolges liegt an der Zuverlässigkeit und absoluten Loyalität des engsten Kreises - Angela weiß das genauso gut, wie ihr Gönner Helmut...
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