Die Kanzlerin setzt auf irgendeine Finanzdingsbumssteuer, um der verstörten Wählerschaft ein Gefühl der Gerechtigkeit zu vermitteln. Doch da täuscht sich Angela Merkel.
Nach den Rettungspaketen für die Banken, für Griechenland und den Euro werden nun die Volksberuhigungspakete gepackt. Anders als bei den Milliarden-Rettungspaketen für Banken und Euro kommt es der Bundesregierung bei den Volksberuhigungspaketen weniger auf die Substanz, sondern vor allem darauf an, dass die Verpackung Eindruck macht. Die Qualität des Inhalts, so das Kalkül, könne das Volk ja eh nicht beurteilen. Wer kapiert schon den Unterschied zwischen einer Transaktions- und einer Aktivitätssteuer?
Angela Merkel will es mit irgendeiner Finanzdingsbumssteuer versuchen. Das wird nicht klappen. (© Foto: AP)
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Angela Merkel glaubt, der verstörten Wählerschaft das Gefühl, "dass es gerecht zugeht", mit irgendeiner Finanzdingsbumssteuer vermitteln zu können. Da täuscht sie sich. Die Bürger haben nicht nur die peinliche Quälerei im Kopf, mit der sich die Bundesregierung von einem "Nein, Nein" zu einem "Jein, Jein" und dann zu einem "Ja, Ja" für solche Steuern durchgerobbt hat.
Die Bürger haben auch ein Gefühl dafür, ob es sich bei den Volksberuhigungspaketen um politische Leerverkäufe handelt: Sie wissen, wie viele Milliarden in den Banken- und Euro-Rettungspaketen stecken. Sie wollen nun wissen, wie viele Milliarden künftig mit den auf dem Finanzmarkt abgeschöpften Steuern wieder hereinkommen können; das ist ein Indikator für die Kraft der Reform. In jeder Spardebatte wird diese Frage gestellt werden.
Die Existenz des Euro mag vom Euro-Rettungspaket abhängen. Die Existenz der Regierung Merkel/Westerwelle dürfte von der Konkretion und von der Ernsthaftigkeit abhängen, mit der national und international die Regulierungsmaßnahmen für den Finanzmarkt betrieben werden. An der Existenz dieser Merkel/Westerwelle-Regierung liegt den Bürgern nun freilich, wie die Umfragen zeigen, nicht mehr viel; die Wähler sehnen schon wieder die große Koalition herbei.
Es herrscht der Eindruck, dass die erste Finanzkrise von der großen Koalition ordentlich, die zweite Finanzkrise von der schwarz-gelben Koalition aber miserabel angefasst worden ist. Zumal die FDP wird nicht als Krisenmanager, sondern als Krisenverstärker wahrgenommen. Die FDP hat ihren Ruf als wirtschaftssachverständige Partei auf bedauerliche Weise verspielt.
Das Verursacherprinzip
Es geht aber um viel mehr als um die Zusammensetzung der Bundesregierung. Es geht um das Vertrauen in die Steuerungskraft von Politik: Sind die Politiker, zumindest auf europäischer Ebene, in der Lage, den Finanzmärkten ein effektives juristisches Koordinatensystem zu geben? Sind sie in der Lage, der Finanzindustrie die Rechnung für ihre Exzesse zu präsentieren, wie es sich nach dem Verursacherprinzip gehört?
Merkels Regierungserklärung handelte vor allem von der Instabilität der EU-Südstaaten, nicht aber von der Destruktivität der Finanzmärkte und dem Willen der Regierung, dagegen vorzugehen. Die Bürger werden sich mit einer Großration Baldrian, mag sie auch nett verpackt sein, nicht zufriedengeben.
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(SZ vom 20.05.2010/segi)
Stockender Kita-Ausbau
ja, ja, Frau Merkel, wir wissens: die Spekulanten sind schuld an den Tricksereien Griechenlands und natürlich auch an den imensen Schulden verschiedener Euro-Länder.
Tatsache ist, dass sich der Eurokurs auf Normalmaß zurückbildet, da er bisher total überhöht war. Das ist Markt, aber keine Spekulation! Unserer Exportwitschaft tuts gut und unserer Konjunktur auch. Schon vergessen das Gejammer, als der Euro auf 1,20 stieg?
Auch eine "Finanztransaktionssteuer" hatten wir schon mal, genannt damals Börsenumsatzsteuer. Diese Steuern verteuern nur in geringem Maße die Transaktionen, wirken aber nicht verhindernd.
Es ist tatsächlich Wählerverdummung, was die Merkel hier betreibt.
Wer kapiert schon den Unterschied zwischen einer Transaktions- und einer Aktivitätssteuer?
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Es gibt keinen - der vorhandene Unterschied wird in jedem Fall dem Bürger, wie den Unternehme(r)n diametral von den Banken wieder entzogen und von den Unternehme(r)n, wie sie mit den Banken zwingend arbeiten müssen, in Preisaufschlägen an die Verbraucher weitergegeben. Dieses wird nichts, wie eine indirekte Steuererhöhung für jeden von uns über den nicht vorhandenen Unterschied sicher über die Banken eingeleitet. Keine Steuererhöhungen ! - der vielleicht endscheidende Baldrian für das Volk zum eigenen Machterhalt - dann bleibt von Anfang an nur eine verd(r)eckte Steuermehreinnahme über einen nicht vorhandenen Unterschied, Baldrian sicher einzuleiten und deshalb trinke ich Wasser dafür, Ihr Gott gegebenes politisches Ende valere mit einzuleiten.
Ich bin nicht der Meinung von Herrn Prantl und den meisten Kommentatoren und muss hier mal eine Lanze für Frau Merkel brechen.
Es mag ja wahr sein, dass die nationalen Maßnahmen nicht viel bringen oder eventuell zunächst eher kontraproduktiv sind.
Doch darum geht es im Moment gar nicht. Es geht darum, einen Anfang zu machen, um die Ohnmacht gegenüber den weltweit operierenden Finanzmärkten zu durchbrechen. Denn jedem dürfte klar sein, dass es äußerst schwierig wenn nicht gar von vorneherein aussichtslos sein wird im internationalen Rahmen etwas wirksames durchzusetzen. Angela Merkel hat wohl in den vergangenen Wochen gemerkt, dass es selbst in Europa schwierig werden wird und tut daher das einzig mögliche, nämlich auf nationaler Ebene, den ersten Schritt zu tun.
Mir geht der Defätismus solcher Leute schrecklich auf die Nerven, die wie Herr Prantl selbst lauthals Regulierungen fordern, aber von völlig unrealistischen ästhetisch schönen großen Würfen träumen und gleichzeitig jeden Versuch, im schmalen Rahmen des derzeit möglichen tätig zu werden, bemäkeln.
Dem Beitrag mag ich nur zustimmen. Die Kommentare des Herrn Prantl sind partei-politisch klar dominiert.
Dass irgend welche Steuern gegen Bankengeschäfte oder sogenannte Spekulanten etwas bringen sollen, wird dabei kaum je in Frage gestellt. Das ist in meinen Augen in jedem Fall Brot und Spiele fürs Volk - und völlige Augenwäscherei.
Die grössten Vergehen liegen doch vielmehr in der Politik, bzw. in den überschuldeten Staaten und der ständigen Ausbauerei von Staatsschulden.
Es ist doch kaum von der Hand zu weisen, dass Griechenland kaum je in der Lage sein wird, seine Schulden zurück zu zahlen, wie immer erfolgreich die auch sparen mögen. Hier braucht es so oder so einer 'Umschuldung' in dem Sinne, dass ausgehandelt werden muss, wer auf welche Forderung verzichtet. Alles andere ist ohne jede Chance. Und weitere Länder werden hier folgen. die ultima ratio liegt in deutlicher Senkung der Staatsausgaben (und hier wären Steuersenkungen als erster Schritt exakt der richtige Weg gewesen. Mit mehr Geld wurde staatlich noch nie gespart). Ohne deutliche Absenkung auf der ganzen Linie der EU wird hier kein Licht entstehen. Je länger Politik und Volk davor den Kopf in den Sand steckt, umso grösser und härter werden die folgenden Einschnitte und Krisen sich entwickeln.
Es ist ein Verdienst der FDP, daß sie dem Wähler deutlich gemacht hat, wie groß die Differenz zwischen Wort und Tat sein kann. Gleichzeitig belegt diese ehemals brauchbare Partei, wie sehr das politische Personal qualitativ abgesunken ist. Wir brauchen uns nur eine Reise durch die Landtage von Schleswig-Holstein bis Bayern vorzustellen, um mit Grausen festzustellen,daß die FDP in bester Gesellschaft sich befindet.
Besserung?; allenfalls durch eine Tauschbörse,etwa so;1 Röttgen gegen 12 Mappus;1 Steinbrück gegen 8 Wowereit; 1 Trittin gegen 9 Gysis;1 Hildegard Hamm-Brücher gegen 25 Köhlers.Und als Initialzündung 1 Alois Glück gegen 99 Söders.
(Einen Koch als Tauschobjekt will ich keinem Lebenden zumuten)
gez.Wyatt Earp.
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