Ob Merkel oder Rösler, ob Steinbrück oder Seehofer: Bei der Eurokrise folgen Retter und Rebellen ihrer eigenen Agenda. Die sechs wichtigsten Akteure und ihre Positionen im Überblick.
Es geht um viel an diesem Donnerstag. Um die Euro-Rettung natürlich. Es geht aber auch um die Zukunft der gesamten Bundesregierung. Angela Merkel braucht die Kanzlermehrheit, wenn am Vormittag über den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF abgestimmt wird, damit die Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit ausgeräumt sind. Aber nicht nur für die Kanzlerin geht es um viel. Ein Überblick über die wichtigsten Akteure und ihre Positionen.
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Perfekt in ihrer Rolle der coolen Europa-Retterin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (© dpa)
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Angela Merkel - die coole Europa-Retterin
Die größte Stärke der Kanzlerin ist ihre demonstrative Gelassenheit. Da mögen Staaten vor der Pleite stehen, hunderte Milliarden Euro bewegt werden, Aktionskurse einbrechen - Angela Merkel lässt sich keine Eile anmerken. Um sie herum galoppiert die Krise, aber sie will ihr Schritt für Schritt begegnen. Ihr wichtigster Satz in diesen Tagen: "Wir dürfen keinen Schritt tun, dessen Folgen nicht kalkulierbar sind." Ursache und Wirkung eben, da ist Merkel ganz Physikerin - und bringt damit zuweilen politische Gegner und Freunde zur Weißglut, die von radikalen Schuldenschnitten träumen und Griechenland die Drachme zurückgeben wollen.
Aber was bleibt Merkel auch anderes übrig, als Ruhe zu bewahren. Ihre Chancen, 2013 erneut Kanzlerin zu werden, sind derzeit gering. Deshalb kann sie jetzt recht entspannt die Dinge tun, die sie für richtig hält. Und das völlig befreit vom Druck der Straße. Helmut Kohl kann keinen Kompass mehr in der Regierung erkennen? Roman Herzog findet, es werde zu wenig erklärt? Die Bürger vertrauen der Regierung mehrheitlich nicht? Merkel ficht das nicht an. Ist der Ruf erst ruiniert, regiert es sich ganz ungeniert, mag sie denken. Und hat damit vielleicht nicht ganz unrecht. Die Euro-Krise ist komplex und erfordert Schritte, die in ihrer Wirkung kaum noch jemand versteht und die außerdem ziemlich unpopulär sind. Deutsches Steuergeld für die Pleite-Griechen - da macht keiner gerne mit.
Was ihr noch bleibt, ist die Regierung bis zur Wahl 2013 über Wasser zu halten. Sie will nicht wie ihr Vorgänger Gerhard Schröder vorzeitig das Deck verlassen müssen. Darum beginnt sie erst jetzt und wie Herzog findet, "zwei Jahre zu spät", ihre Politik zu erklären - auf Regionalkonferenzen der CDU und im Talkshow-Tempel von Günther Jauch. Und darum will sie jetzt - auch wenn sie es so offen nicht sagen würde - die Kanzlermehrheit im Bundestag.
Mit etwas Glück wird sie die auch bekommen. Nur: Gelaufen ist die Sache damit nicht. Die Krise hat eines gezeigt: Nach dem Rettungspaket ist vor dem Rettungspaket. Möglichkeiten, die eigene Mehrheit zu verfehlen, wird es in den kommenden Monaten noch reichlich geben. Bleibt abzuwarten, ob Merkel dabei ihre Coolness behält.
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Protest gegen dritte Startbahn
In diesem Zusammenhang Alkohol mit ins Spiel zu bringen finde ich ausgesprochen treffend. Nur glaube ich nicht, dass diese genannten Akteure ihn ins Feuer gegossen haben. :-)
Die, die die EU wie besoffen an die Wand gefahren haben, wollen jetzt die Retter spielen, indem sie Alkohol ins Feuer giessen.
....es wird um viel Geld diskutiert, aber angeblich sind noch gar nicht viele Euros geflossen aus dem ersten HIlfspakte, das ist noch längst nicht aufgebracht. Also würde es vorübergehend auch in Spanien und Italien greifen.
Ich frage micht, WARUM wird nicht in Italien endlich der Euro verteidigt??? Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Euro-Rettung JETZT im Zusammenhang mit dem EFSF das falsche Wort ist. Es geht primär um die Bankenrettug.
Der Begriff Euro-Rettung ist einzig anwendbar in Italien, in Spanien und Rest-PIIGS. Dort nämlich muss der Euro verteidigt werden. Alles andere ist Augenwischerei. Leider kommt aus Italien viel zu wenig an Initiative. Herr Barroso, Herr Junker und die Franzosen mit Sarkozy, Trichet und Lagarde sollten sich damit befassen.
Die Italiener warten doch nur noch darauf bis die Party weiter geht. DAS ist anti-europäisch und ein Skandal. Italien hat in dieser Krise den größten Vertrauensverlust zu verantworten, als die Reformen rückgängig gemacht wurden sobald klar war, dass die EZB italiensiche Bond einkauft!!!!
Man sollte genau darüber sprechen.
Insgesamt geht es nicht anders, die Südeuropäer müssen ein Stück ärmer werden und sich durch echte Innovationen und gute Wirtschaftspolitik hocharbeiten. Diese Wahrheit muss klar ausgesprochen werden.
Einige werfen den Skeptikern des Rettungsschirmes vor, keine Lösungen anzubieten. Das stimmt doch gar nicht. Die Insolvenz Griechenlands ist absehbar und 99.98% wahrscheinlich. Warum muss man erst Geld rein schmeissen?
Wo ist die Logik der Argumentation?
Die Politiker wissen ja selbst nicht , was sie tun. Sie fallen auf die Hypnose der Finanzindustrie rein, die Horrorbilder malt, wenn 2% Europas abbrechen. Dieser Wirrwarr ist Ausdruck von Wahnsinn, Sie können mir sagen was Sie wollen. Die wissen selbst nicht, was sie tun. Sie sind einen Aktionismus verfallen, der gefährlich ist.
Sie vermitteln anderen (Abweichlern) in inquisatorischer Manier die Ansicht, diese Abweichler haben sich verrannt. Jetzt gehen sie nach Slowakei, um Druck zu machen. Es ist unanständig.
Es ist so etwas wie eine Dunstglocke, die sich über die Vernunft zieht, und das im Namen der Vernunft. Das ist ideologisch getriebener Wahnsinn. Nicht die Euroskeptiker sind wahnsinnig.
Was bietet denn der Rettungsschirm eigentlich für greifbare Lösungen für aktuelle Probleme?
Man will damit auch Spekulantentum untergraben: Wer garantiert, dass die Spekulanten den Rettungsschirm nicht gegenteilig verstehen, als Verschärfung der schlechten Bonität?
Das ist alles Wahnsinn! Das ist Wunschglaube. Der ganze Rettungsschirm und Gelaber über Verantwortung ist Makulatur.- Man will Griechenland auf die Beine helfen und seitdem man das versucht , geht Griechenland immer mehr den Bach runter. Die Politiker sind völlig von ihrer Traumrealität geplagt. Die Vision, Griechenland wieder auf die Beine zu kriegen ist Symptom dafür.- Griechenland wird ohne Schuldenschnitt nicht auf die Beine kommen und das alles (Insolvenz) hätte man statt den Umweg der Rettungsschirmen direkt in die Wege leiten sollen.
Es wäre schön gewesen, hätte der Autor des Artikels weniger über Herrn Röslers Hang zu Krawatten als über die eigentlichen Positionen geschrieben. Stattdessen doch nur wildes Umherschmeißen von nicht erklärten Begriffen und Politikertratsch. Schade.