CDU-Parteitag mit Sarkozy "Merkozy" kehrt zurück

Ein Duo, das sich zusammengerauft hat über die Jahre: Kanzlerin Merkel und der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy.

(Foto: AFP)
  • Nicolas Sarkozy wird zum Parteitag der CDU nach Köln kommen. "Merkozy", das Duo Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel, feiert damit ein Wiedersehen.
  • Der frühere französische Präsident ist neuer Vorsitzender der UMP, einer Schwesterpartei der Union.
  • Im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf, den Sarkozy verlor, hatte er Kanzlerin Merkel noch abgewimmelt.
Von Robert Roßmann, Berlin

Es ist ziemlich ruhig geworden um das einstige Spitzen-Doppel Europas. Im vergangenen Monat tauchte es nur ein einziges Mal in den Nachrichtenagenturen auf. Bei der Weltmeisterschaft der Köche gewann der Österreicher Alex Neumayer mit einer Merkozy-Skulptur eine Gold-Medaille.

Aus zehn Kilogramm Bitterschokolade hatte Neumayer eine Angela Merkel geschnitzt, aus deren Oberkörper Nicolas Sarkozy wie ein Springteufel heraushüpft.

In der Euro-Krise hatten die Kanzlerin und der damalige französische Präsident so gut zusammengefunden, dass sie als "Merkozy" die Nachrichten Europas bestimmten. Doch dann sprengte die Abwahl des Franzosen das Duo. Merkel muss sich seitdem mit dem von ihr nicht sonderlich geschätzten Sozialisten François Hollande begnügen.

Doch jetzt wird es überraschend ein Wiedersehen Merkels und Sarkozys auf großer Bühne geben. Am Montag bestätigte ein CDU-Sprecher der SZ, dass der Franzose zum Parteitag der Christdemokraten nach Köln kommen wird.

Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden der französischen UMP am vergangenen Wochenende wähnt sich Sarkozy auf dem Weg zurück in den Élysée-Palast. Dabei will er die Nähe zur Kanzlerin für sich nutzen. Der Parteitag Anfang kommender Woche scheint ihm da eine gute Gelegenheit zu sein.

Merkel sagte, sie unterstütze Sarkozy "egal, was er tut"

CDU und UMP sind europäische Schwesterparteien. Der damalige CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hielt bei der Auftaktveranstaltung der UMP zum letzten Präsidentschaftswahlkampf eine Rede. Anschließend vereinbarten die beiden Parteien auf Wunsch Sarkozys sogar, dass Merkel bei Kundgebungen in Frankreich für diesen werben soll.

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Die Kanzlerin sprach damals den denkwürdigen Satz, sie unterstütze Sarkozy "egal, was er tut". Angesichts kritischer Reaktionen auf die geplanten Auftritte der Deutschen zog Sarkozy dann aber noch vor der ersten gemeinsamen Kundgebung die Einladung zurück.

Der Wahlkampf sei "Sache der Franzosen", erklärte er - auch zur Überraschung der CDU. Das war im März 2012. Jetzt scheint Sarkozy die Kanzlerin aber wieder brauchen zu können.