Eine Billion Schulden und trotzdem Steuergeschenke? Nicht mit dem Bundesrechnungshof: Der kritisiert die von der Regierung geplanten Steuererleichterungen scharf - und fordert die Koalition zum Sparen auf.
Der Bundesrechnungshof fährt der schwarz-gelben Koalition bei ihren Steuersenkungsplänen in die Parade. Für weitere Steuererleichterungen in größerem Umfang gebe es derzeit keinen finanzpolitischen Spielraum, sagte Rechnungshof-Präsident Dieter Engels in Berlin bei der Vorlage des aktuellen Prüfberichtes.
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Scharfe Kritik an der schwarz-gelben Steuer- und Haushaltspolitik: Dieter Engels, Präsident des Bundesrechnungshofes, ermahnt die Koalition zum Sparen. (© Foto: AP)
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Außerdem vermisse man eine klare Strategie zum Abbau der Rekordschulden. Dennoch sieht der Rechnungshof durch kurzfristige Maßnahmen ein Entlastungspotential in Milliardenhöhe.
Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich der Bundeshaushalt zu einem "echten Sorgenkind" entwickelt, sagte Engels. Der Schuldenberg des Bundes summiere sich mittlerweile auf eine Billion Euro. Dafür würden jährlich über 40 Milliarden Euro Zinsen fällig.
"Die Lage ist ernst"
Engels sagte, alleine die verschiedenen Steuerpakete der vergangenen zwölf Monate würden bis Ende 2013 zu Einnahmeausfällen der öffentlichen Haushalte im Volumen von 125 Milliarden Euro führen. Der geplante Hotel-Steuerbonus führe zu einem "gewissen Bauchgrimmen". Die Kriterien für solche Erleichterungen seien nicht erfüllt.
Die Koalition aus Union und FDP sollte in ihrer mittelfristigen Planung konkrete Aussagen treffen, wie das Rekorddefizit des Bundes reduziert wird. "Eine entsprechende Strategie ist leider noch nicht erkennbar."
Mit Blick auf die neue Schuldenbremse, die dem Bund von 2016 an nur ein geringes "strukturelles" Defizit zugesteht, sagte Engels, von einem regelkonformen Haushalt sei man noch weit entfernt: "Die Lage ist ernst." Die für 2010 geplante Neuverschuldung des Bundes sei das Neunfache dessen, was von 2016 an als "Struktur-Defizit" (circa 9 Milliarden Euro) erlaubt sei. Um die Vorgaben zu erfüllen, stehe noch ein steiniger Weg bevor.
Entlastungen sind aber möglich
Union und FDP wollen Bürger und Unternehmen 2011 um weitere 20 Milliarden Euro im Jahr entlasten. Engels sagte, zur Haushaltskonsolidierung müssten die Steuern nicht erhöht werden. Es müssten die geltenden Steuergesetze aber besser angewandt werde, um die Staatsfinanzen zu sichern.
Mehr als 90 Prozent der Ausgaben des Bundes seien "gesetzlich, vertraglich oder faktisch" festgelegt. Es ließen sich daher nicht "mir nichts, dir nichts" größere Summen einsparen. Dennoch könnten in den kommenden fünf Jahren mit kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen Entlastungen in Höhe von etwa 21 Milliarden erzielt werden.
Durch Strukturveränderungen, etwa in den Finanzbeziehungen von Bund und Ländern, seien zusätzliche Entlastungen im "zweistelligen Milliardenbereich" möglich. So könne die Bundesregierung dem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts "ein sehr großes Stück näher kommen", sagte Engels.
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(Rtr/dpa/AFP/fvk/plin)
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Staatsterrorist!
Die Besserverdienendenpartei will offenbar gar keinen Staat, höchstens nur den, der sie selbst schützt und für sie in allen von ihnen verursachten Krisen finanziell herhält.
Der deutsche Staat, wie wir ihn jahrzehntelang mehr oder weniger vernünftig hatten, soll beseitigt werden. Wenn man die Tiraden des Bonners Westerwelle hört, glaubt man sich an einen anderen Rheinländer mit ähnlichem Akzent und dem Vornamen Joseph erinnert. Was hat der deutsche Staat den Liberalen um Gottes Willen alles angetan?
Wenn die Grünen oder die SPD ähnliche Aussprüche machen würden, wären sie schon längst als fünfte Kolonne Moskaus, vaterlandslose Gesellen, Vaterlandsverräter verdammt. Sämtliche Medienfront eingeschlossen.
Sie schreiben: "Nun müssen diese Wähler erkennen, daß sie Gauglern aufgesessen sind, die nur ihre Stimme brauchten, aber nicht ihren wirtschaftliche und sozialen Aufstieg, denn diese Ränge sind schon lange besetzt."
Schön wär's. Die haben immer noch traumhafte Zustimmungswerte im Volk.
Ich bin ratlos. Gebe ich einfach zu. Da testieren ausgewiesene Wirtschaftsexperten (Sachverständigenrat)und jetzt auch noch der Rechnungshof unserer schwarz-gelben Bundesregierung eine völlig verantwortungslose Schuldenpolitik(also Inkompetenz) - und dennoch haben unsere Kanzlerdarstellerin und ihr Laienkabinett Traumwerte bei den Meinungsforschungsanstalten. Ich verstehe das nicht. Werden diese Anstalten von CDU und FDP finanziert, oder wie ist sowas zu erklären?
Für mich besteht diese Regierung aus einer gefährlichen Mischung aus Naivität,wirtschftlicher Inkompetenz,Selbstüberschätzung und heillosem Aktionismus!
So einen pubertären Haufen hat es meines Wissens noch nie in einer deutschen Regierung gegeben: Im Verkehrsministerium darf endlich die selbsternannte Einbildungs-Elite der CSU ramsauern.Im Bildungsministerium herrscht weiterhin asozialer Schavanismus.Das Außenministerium leitet ein Sunnyboy mit fun-tastischen Englischkenntnissen.Das Wirtschaftsministerium hat die Weinkönigin Schwesterle, pardon, Brüderle übernommen.Das Gesundheitsministerium ein Jungarzt, der nie wirklich als Arzt gearbeitet hat, aber schon die Lobbyinteressen der Ärzte und der Pharmaindustie im Blick hat.Seine Vorgängerin darf sich jetzt um Arbeitslose und das Prekariat kümmern - einer Niederung unserer Gesellschaft, mit der sie noch nie etwas zu tun gehabt hat. Das Familienministerium bekommt ein junges Mädchen, das weder Kind noch Ehemann hat, aber Helmut Kohl und Roland Koch "toll" findet. Für die Verteidigung hat Mama Merkel den schneidigen Freiherr von und zu Guttenberg vorgesehen - der aber mehr mit der eigenen Verteidigung, als mit der des Landes vor Terrorismus und Taliban beschäftigt ist. Im Entwicklungsministerium blubbert Dirk Niebel - ein Mann, der sich konsequenterweise selbst abschaffen müsste, wenn er Wort halten wollte. Bleiben noch die rechte Hand von Mama, de Maiziere, im Innenministerium und das einzige wirkliche Schwergewicht im Laienkabinett, Wolfgang Schäuble im Finanzministerium.
Eigentlich müsste man da doch als aufgeklärter Bürger davonlaufen und auswandern...aber wohin?
wegen all der wunderbar ironischen Beiträge hier:
(jetzt fehlt nur noch: IRONIE??? WOOOO?)
"Na ja, so ein zinsloses Finanzierungssystem kann man sich in spezifischen Strukturen (lokalen, agrarisch, Kleinbetriebe) vllt vorstellen. Da hätte es was Sympathisches.
Aber in einer hoch vernetzten Wirtschaft mit unterschiedlichsten Bedürfnissen an Kredit, Anschaffung und Refinanzierung ist das doch recht blauäugig. "
Wieso blauäugig? Wäre eigentlich ganz einfach: Eine kontrollierte Inflation durch die Notenbanken, die bei ca. 5% liegt ;-))
An alle, die jetzt schmerzerfüllt "Waaaas, Inflation???" schreien: die Schlüsselworte sind "kontrolliert" und "Notenbank"...
Gruß Balldieb
Paging