Von Erfahrung über Charisma bis zu Rhetorik: Die sueddeutsche.de-Leser haben Horst Köhler und Gesine Schwan in sieben Kategorien bewertet. Der Amtsinhaber schlägt seine Herausforderin klar.
Wir wollten von unseren Lesern wissen, wo sie die Stärken und Schwächen der Spitzenkandidaten für die Bundespräsidentenwahl sehen.
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Wird Gesine Schwan ihr Mangel an Amtserfahrung zum Verhängnis? (© Foto: dpa)
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Sie sollten einschätzen, für wie fähig sie Horst Köhler und Gesine Schwan in jeder von sieben Schlüsseleigenschaften halten. Die Bewertungsskala reichte von "Würdig, Deutschland zu vertreten"(4 Punkte) über "Respektabel" (3 Punkte) und "Nicht so umwerfend" (2 Punkte) bis zu "Ganz schwach" (1 Punkt). Am Ende erhielten beide Kandidaten in jeder Kategorie einen Durchschnittswert. Mehr als 1000 Leser haben abgestimmt, jetzt liegt das Ergebnis vor.
Amtsinhaber Horst Köhler ist nicht nur wegen der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung Favorit. Auch die sueddeutsche.de-Leser halten den Amtsinhaber für besser geeignet als seine Herausforderin. In sechs von sieben Kategorien liegt er vor Gesine Schwan. Selbst beim Charisma schnitt Köhler, der im Ruf steht, eher spröde zu wirken, besser ab als die stets gut gelaunte Professorin.
Köhlers größte Stärke ist seine Erfahrung als Amtsinhaber
Nur in der Kategorie "Rhetorik" liegt Schwan vor Köhler. 39 Prozent der Abstimmenden halten sie am Rednerpult für "würdig, Deutschland zu vertreten", 27 Prozent für "respektabel". Der Präsident erreicht hier nur 26 beziehungsweise 23 Prozent. Mit 2,9 Punkten im Schnitt liegt Schwan vor Köhler, der 2,5 Punkte erreicht.
Erwartungsgemäß wird Köhlers größte Stärke in seiner Erfahrung gesehen: Nach fünf Jahren im Amt erhält der Bundespräsident von 56 Prozent der Leser die Bestnote in dieser Kategorie, im Durchschnitt 3,2 Punkte. Das ist das Top-Ergebnis dieses Kandidaten-Checks.
Seine Kooperationsbereitschaft über Parteigrenzen hinweg wird ihm hoch angerechnet. Er bezog unabhängig von den Positionen der Parteien, die ihn ins Amt gebracht hatten, Stellung und wollte keine gesellschaftliche Gruppe ignorieren. In den Kategorien "Überparteilichkeit" und "Integrationsfähigkeit" erhält er folgerichtig 3,1 Punkte im Schnitt, die zweitbeste Punktzahl, die vergeben wurde.
Im Gegensatz dazu scheinen die sueddeutsche.de-Leser Gesine Schwans Unabhängigkeit anzuzweifeln: Für ihre Überparteilichkeit erhält sie im Schnitt jeweils nur 2,4 Punkte, das schlechteste Ergebnis in diesem Kandidaten-Check. Ihren Beteuerungen, eine Präsidentin für alle Deutschen sein zu können, vertrauen die Abstimmenden nicht: Für ihre Glaubwürdigkeit erhält sie ebenfalls nur magere 2,4 Punkte.
Am Samstag ist die Bundesversammlung aufgerufen, den nächsten Bundespräsidenten zu wählen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/jab/bosw)
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Die Sueddeutsche.de User fühlen sich vermutlich mehrheitlich als kleine Köhlers. Mittelmass als Mass aller Dinge.
Na, dann bin ja doppelt froh, dass der Präsident nicht vom Volk gewählt wird. Von seinen Qualitäten kann man sich zur Zeit bei Phoenix überzeugen. Staatsakt zu "60 Jahre Bundesrepublik Deutschlan". Traumschön die Kameraschwenks ins Publikum, wo Spitzenpolitiker mit dem Schlaf kämpfen.
Und wer sackt die Kohle ein?