Bürgerkrieg in Syrien Koalition will mehr Flüchtlinge aufnehmen

Mehr als die bislang geplanten 5000: Koalitionspolitiker kündigen an, das Kontingent für Flüchtlinge aus Syrien zu erhöhen. Vertreter der Opposition forderten, die Zahl rasch und großzügig zu erhöhen.

rpr

Deutschland wird voraussichtlich deutlich mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen als bisher geplant. Die bislang vorgesehenen 5000 Syrer seien lediglich "ein Anfang", sagte Innenstaatssekretär Ole Schröder (CDU) am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion zum Flüchtlingsschutz in Berlin.

Ähnlich äußerte sich der FDP-Innenexperte Hartfrid Wolff. "Wir sollten an der Stelle noch weitergehen", sagte er. Bund und Länder hatten im Frühjahr beschlossen, 5000 Flüchtlinge aus Nachbarländern Syriens direkt in Deutschland aufzunehmen. Sie sollen zwei Jahre bleiben dürfen. Hintergrund ist der anhaltende Fluchtwelle aus dem Bürgerkriegsland.

Mehr als eineinhalb Millionen Syrer sind bereits in die Nachbarländer geflohen, jeden Tag verlassen derzeit Schätzungen zufolge weitere 8000 Menschen das Land. Die meisten gehen in die Türkei, den Libanon und Jordanien; Deutschland registrierte in diesem Jahr bereits rund 4000 syrische Asylbewerber. Sie haben sehr gute Chancen als Schutzbedürftige anerkannt zu werden. Die 5000 Plätze sind zusätzlich vorgesehen.

Vertreter der Opposition forderten, die Zahl rasch und großzügig zu erhöhen. In der Region finde "eine der größten humanitären Katastrophen statt", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. Auf eine Zahl wollte sich Roth allerdings nicht festlegen.