Bomben und Schüsse Anschlag auf Moschee erschüttert Ägypten

Die al-Rawdah-Moschee in der Nähe der Provinzhauptstadt al-Arisch ist Ziel des fürchterlichen Anschlags geworden.

(Foto: dpa)
  • Bei dem Angriff kamen mehr als 305 Menschen ums Leben, mindestens 125 weitere wurden verletzt.
  • Der Anschlag hat sich im Norden der Halbinsel nahe der Stadt al-Arisch ereignet.
  • Sicherheitskräfte sind derzeit auf der Suche nach den Angreifern und verfolgen sie in der Umgebung der Moschee.
  • Die Sinai-Halbinsel ist seit Jahren Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen ägyptischer Armee und bewaffneten Gruppen, wie zum Beispiel einem Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat.

Ein Überfallkommando hat auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel eine Moschee angegriffen und mehr als 305 Menschen getötet. Mindestens 125 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete das Staatsfernsehen. In der Moschee hatten sich viele Gläubige zum Freitagsgebet versammelt.

Der Anschlag hat sich den Behörden zufolge im Norden der Halbinsel ereignet, nahe der Stadt al-Arisch. Nach einer schweren Explosion hätten die Angreifer das Feuer auf die flüchtenden Menschen eröffnet. Hintergründe der Tat sind bislang nicht bekannt.

Sicherheitskräfte seien derzeit auf der Suche nach den Angreifern und würden sie in der Umgebung der Moschee verfolgen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Der ägyptische Staat erklärte eine dreitägige Trauerzeit für die Opfer des Angriffs.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat eine "harte Antwort" auf den schweren Anschlag auf der Sinai-Halbinsel angekündigt. "Wir werden mit aller Härte auf diesen Akt der Terroristen antworten", sagte Al-Sisi am Freitag in einer Fernsehansprache. "Militär und Polizei werden unsere Märtyrer mit aller Kraft rächen."

Die Bundesregierung hat ihre Anteilnahme geäußert. "Der Terrorismus ist unser aller Feind", schreibt Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter.

Auch US-Präsident Donald Trump verurteilt die "furchtbare und feige Terrorattacke" auf Twitter.

Die Sinai-Halbinsel ist seit Jahren Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen ägyptischer Armee und bewaffneten Gruppen, wie zum Beispiel einem Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat. Spätestens seit dem Militärputsch und der Machtübernahme von Präsident Sisi im Sommer 2013 eskalierte die Lage.

Bislang richteten sich die Angriffe meist gegen Militärstützpunkte und Kontrollpunkte der Polizei. 2014 riss ein Selbstmordattentäter 31 Soldaten in den Tod, die Regierung erklärte daraufhin den Notstand für die Halbinsel.