BKA schlägt in Düsseldorf und Bochum zu Operation "Komet": Terrorverdächtige festgenommen

Das Mobile Einsatzkommando des BKA hat in Düsseldorf und Bochum drei junge Männer festgenommen, die angeblich einen Terroranschlag mit selbstgebastelten Bomben planten. Dieser habe jedoch nicht unmittelbar gedroht, heißt es aus Ermittlerkreisen. Der Bundesinnenminister erklärte dennoch, eine "konkrete und bevorstehende Gefahr" sei abgewehrt worden.

Von Hans Leyendecker

Deutsche Sicherheitsbehörden haben möglicherweise einen islamistischen Terroranschlag in der Bundesrepublik verhindert. Beamte des Mobilen Einsatzkommandos des Bundeskriminalamts (BKA) nahmen am frühen Freitagmorgen in Düsseldorf und Bochum drei junge Männer fest, die angeblich einen Anschlag mit selbstgebastelten Bomben geplant hatten. Sie werden der Terrororganisation al-Qaida zugerechnet.

Operation "Komet": Die Eingangstür des Hauses in Düsseldorf, in dem in der Nacht zum Freitag zwei mutmassliche al-Qaida-Terroristen festgenommen worden sind.

(Foto: dapd)

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärte am Freitag, eine "konkrete und bevorstehende Gefahr" sei abgewehrt worden. Die Männer waren über ein längeren Zeitraum von Spezialisten des BKA überwacht und abgehört worden. Sie wollten angeblich mit Hilfe von Chemikalien Bomben bauen. Seit dem 15. April führte die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen die drei Männer.

Der Zugriff am Freitag soll erfolgt sein, weil die drei Männer, bei denen es sich um Studienabbrecher handeln soll, angeblich vereinbart hatten, mit Sprengstoff zunächst einen Probelauf zu versuchen. Einer der Männer, ein Deutsch-Marokkaner, soll ein paar hundert Meter entfernt vom Düsseldorfer Landeskriminalamt in einem Auto festgenommen worden sein. Er gilt als der Hauptverdächtige, weil er in einem Terrorcamp im pakistanischen Waziristan ausgebildet worden sein soll.

Schon vor Monaten hatte das BKA eine "Besondere Aufbauorganisation" gebildet, um die Verdächtigen rund um die Uhr zu observieren. Die Operation soll unter dem Codenamen "Komet" gelaufen sein. Es galt als auffällig, dass die Männer in größeren Mengen Chemikalien kaufen wollten, die auch zum Bau von Bomben verwendet werden können. Es soll einen Hinweis aus der Szene gegeben haben, der die Fahnder auf die Spur der drei Verdächtigen gebracht haben soll.

Ein anonymer Anrufer hatte vor gut einem halben Jahr Hinweise auf angeblich in Deutschland geplante Terroranschläge gegeben. Daraufhin hatte im November des vergangenen Jahres der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) eine Terrorwarnung ausgesprochen und vor möglicherweise bevorstehenden Anschlägen gewarnt. Im Februar hatte er die Sicherheitsmaßnahmen wieder herunterfahren lassen, aber zugleich betont, die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Im Rahmen der Ermittlungen wurde das BKA auf die drei Männer aufmerksam, die zwischen 29 und 31 Jahren alt sind. Die Versuche des Trios, größere Mengen Chemikalien zu kaufen, sollen allerdings fehlgeschlagen sein.

Auch sollen die Männer noch nicht damit begonnen haben, chemische Ingredienzen, über die sie in kleineren Mengen verfügt haben sollen, zu einer größeren explosiven Masse anzureichern. Ein Anschlag habe nicht unmittelbar bevorgestanden, heißt es aus Ermittlerkreisen. Auch sei unklar, ob ein Terrorziel ausgewählt worden sei.

Die Beschaffungsmaßnahmen erinnerten die Ermittler im Groben an die sogenannte Sauerland-Gruppe, die ebenfalls mit Hilfe von Chemikalien Autobomben basteln wollte. Die Täter waren 2007 verhaftet und später zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die drei am Freitag festgenommenen jungen Männer sollen am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.