Kritik an den Einsatzkräften: Ein Foto von den Protesten am ehemaligen Flughafen Tempelhof zeigt einen Polizisten, der auf einem Mann kniet und eine Waffe gezückt hat.
Nach der versuchten symbolischen Besetzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof, die am Samstag an einem Großaufgebot von 1500 Polizisten gescheitert war, wird jetzt Kritik am Verhalten einzelner Einsatzkräfte laut.
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Das Foto, das für Diskussionen sorgt: Ein Zivilpolizist hat seine Waffe gezückt, während er auf einem festgenommenen Demonstranten kniet. (© Foto: ddp)
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Etwa 2000 Demonstranten der linken Szene hatten am Samstag versucht, einen Zaun zu überwinden, um das Areal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. 102 Personen wurden festgenommen, gegen 72 liegen nach Angaben des Berliner Innensenators Ehrhart Körting (SPD) Anzeigen wegen Sachbeschädigung oder Hausfriedensbruch vor.
In Internetforen klagen Teilnehmer jetzt darüber, dass sie Polizisten unangemessen hart behandelt hätten. Besonders ein Foto sorgt für Diskussionen: Das Bild zeigt einen Zivilpolizisten, der auf einem festgenommen Demonstranten kniet und seine Dienstwaffe gezückt hat. Der Lauf ist auf den Boden gerichtet. Weitere Bilder, die aus einer anderen Perspektive aufgenommen sind, zeigen zwei schwarzgekleidete Demonstranten, die sich erst auf die kleine Gruppe zubewegen und dann zur Seite springen.
In einer Pressemeldung der Polizei ist von einer "versuchten Gefangenenbefreiung" die Rede. "Zahlreiche schwarz gekleidete Täter rannten dabei in aggressiver Haltung auf den Beamten zu, der daraufhin zu seinem eigenen Schutz die mitgeführte Dienstwaffe demonstrativ auf den Boden richtete", heißt es weiter. Das Foto zeigt außerdem einen Mann in Uniform - den stellvertretenden Pressesprecher der Berliner Polizei. Zu den Hintergründen sowie möglichen weiteren Untersuchungen des Vorfalls wollte die Polizei auf Anfrage bis Redaktionsschluss nicht Stellung nehmen - ebenso wie der Innensenator.
"Konsequent und teilweise nervös"
Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte nach dem Wochenende generell von einem "stets verhältnismäßigen Einsatz" gesprochen. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) richtete "ein großes Kompliment an die Polizeiführung und die Polizisten vor Ort, die den Rechtsstaat verteidigt haben". Mit den Ereignissen hat sich auch der Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschäftigt. Die Grünen, die die Aktion in Tempelhof unterstützt hatten, machten deutlich, dass es gewaltfreie Alternativen gegeben hätte. Ob die Polizei im Einzelnen immer die richtigen Mittel angewandt habe, müsse noch überprüft werden, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Benedikt Lux, der Süddeutschen Zeitung. Er selbst habe die Einsatzkräfte als "konsequent und teilweise nervös" erlebt.
Der Grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sprach von einer "überflüssigen Eskalation" und einer teilweise "bedrohlichen Situation". Innensenator Körting kündigte an, gegen die gewaltbereite linksextreme Szene konsequent vorzugehen. Die Polizei stehe derzeit "unter Druck". Seit Jahren verfolgt diese eine Deeskalationsstrategie, steht aber nach gewalttätigen Ausschreitungen am 1. Mai in der Kritik, nicht konsequent genug durchzugreifen.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 24.06.2009/jab)
Protest gegen dritte Startbahn
Wenn es eine Aktion angekündigt ist von schon von verneherein klar ist daß es zu Gesetzesbrüchen kommen wird (hier : Besetzung Tempelhof . Hausfriedensbruch) und wenn absehbar ist daß an jener Aktion gewaltbereite Soziopathen teilnehmen werden (hier: die *sogenannten* Autonomen) dann ist klar daß die Polizei verdeckte Ermittler einsetzen wird, ich würde fast sagen: Das ist deren Pflicht!
Wie sonst soll wohl die Polizei in Erfahrung bringen was für bekloppte Übertretungen, Sachbeschädigungen, Versuche Polizisten körperlich zu verletzen etc. diesmal wieder geplant sind?
Wenn Ihnen, Daniel R, derlei Gedankengänge fremd sind schlage ich Ihnen vor sich doch zur Abwechslung einmal in die Rolle der "Gegenseite" hineinzuversetzen. Vielleicht wären Sie ja nur als harmloses Sandkastenkind dabei, und es bliebe in Ihrem Fall "nur" beim ach so harmlosen Hausfriedensbruch.
Jedoch so ignorant zu sein daß man vollkommen ausblendet mit welchen Realitäten sich die Polizei gerade in Berlin laufend auseinanderzusetzen hat, das will ich Ihnen nicht "genehmigen". Umso weniger als Sie hier einen auf Retter des armen "von einem Zivilisten mit Schusswaffe bdrohten Demonstranten" machen.
So wie bestimmte Typen in Berlin und leider auch anderswo ihre eigene Diktatur aufbauen wollen und das als "Autonomie" heuchlerisch verbrämen wird unsewre Polizei leider dazu genötigt sich im Zweifelsfalle drastisch zu verteidigen.
Benno Ohnesorg wurde von hinten erschossen. Das fand zu einer Zeit statt als es in Deutschland weitaus authoritärer zuging als heute. Heute kann jeder unbehelligt in angemessener Form protestieren und wird auch bei politischer Aktivität bei weitem nicht so behindert wie das damals der Fall war.
Die Wahrheit ist doch daß für viele gelangweilte Wohlstandslangweiler "Besetzungen" etc. heute lediglich nette Events sind wo man endlich mal was erlebt und wenigstens für ein paar Stunden nicht das Gefühl haben muß geistig tot zu sein.
Ich sehe auf dem Foto nur, dass ein Zivilist auf einem anderen sitzt und eine Pistole in die Richtung des Fotografen hält.
Woran ist zu erkennen, dass dieser Zivilist ein Polizist ist und kein bewaffneter Gewalttäter ?
Warum ist der Polizist nicht in Uniform ? Warum ist er allein ?
Wenn Demonstranten einem Mitdemonstranten helfen wollen, der von einem Zivilisten niedergeschlagen oder niedergerungen wird, der nicht als Polizist erkennbar ist, ist das doch nicht Widerstand gegen die Staatsgewalt sondern Nothilfe.
Wäre der Polizist in Uniform gewesen, hätte sich die Drohung mit Waffe höchstwahrscheinlich erübrigt.
Ansonsten erinnern mich viele der Kommentare hier an die Kommentare, die ich 1967 nach der Erschießung Benno Ohnesorgs gehört und gelesen habe: Linker Mob Bedrohung des Polizisten etc. Offenbar haben die Menschen sich in 40 Jahren nicht weiterentwickelt. Schade.
Um jedes Missverständnis auszuräumen: Gewalttätige Demonstranten müssen dingfest gemacht und nach Recht und Gesetz bestraft werden.
Allerdings sollten Polizisten als solche erkennbar sein, um Missverständnisse zu vermeiden.
Der Polizist hat vollkommen richtig gehandelt!
Er stand einem agressiven und Gewaltbereiten linken Mob gegenüber und da er alleine war, ist die von ihm gezeigte Reaktion vollkommen richtig!
Immer wieder, muss ich den Kopf darüber schütteln, wie neunmal klug hier alle daher reden, aber jeder würde, wenn er in der gleichen Situation wäre genauso reagieren!!!
Des gleiche wie die Komantare zu den Afghanistan-Beiträgen...
Großes bla bla, aber wenn die Herren selber in der Lage wären oder als zivile Aufbauhelfer unten wären, würden sie sich bei jedem Knall in die Hose machen!!!
Ihr solltest mal ein wenig nachdenken bevor ihr hier redet...
lustiger Geselle. Sie äußern:
"der Vergleich zeigt welch begrenzten Horizont sie besitzen. Einfach traurig für wieviele das in diesem "Forum" gilt."
Danach zeigen Sie uns Ihre brilliante Argumentationsweise: "Der Polizist wird schon seine Gründe gehabt haben."
Ganz ehrlich: an Ihrer Stelle würde ich im Bezug auf Horizonte ganz kleine Brötchen backen.
... und alle diese Videos zeigen zweifelsfrei genau diese Demonstration? Wodurch ist das belegt?
Wenn sich jeder einmal in die Lage des Polizeibeamten versetzen würde, am Boden kniend und augenscheinlich mehrere Angreifer in Verletzungsabsicht auf sich zukommen, möchte nicht wissen, wer sich da alles nicht mehr unter Kontrolle hat.
Ach ja ... nachts in einer Unterführung in einer für uns nicht zu überblickenden Situation ist dieser Beamte, der dann handelt, sicher den meisten hochwillkommen!
Paging