Berlin Mann wirft Molotowcocktail auf Kanzleramt

Die Polizei nimmt einen 48-Jährigen fest, der einen Brandsatz auf das Bundeskanzleramt geworfen haben soll. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt - er war möglicherweise rechtsextrem motiviert.

Ein Mann ist über einen Zaun des Kanzleramts geklettert und hat einen Molotowcocktail in Richtung Dach geworfen. Kurz danach wurde in der Nacht zum Donnerstag ein 48-jähriger Verdächtiger festgenommen, der mit dem Fahrrad davonfahren wollte, wie die Polizei mitteilte.

Sowohl am Kanzleramt als auch in seiner Wohnung wurden Flugblätter der als rechtsextrem eingestuften "Deutschen Widerstandsbewegung" gefunden. Es war laut Polizei bereits die neunte ähnliche Attacke auf politisch symbolträchtige Gebäude seit vergangenem August. Die "Deutsche Widerstandsbewegung" hatte sich auch zu einem Brandflaschen-Wurf im Mai auf den Zaun von Schloss Bellevue bekannt, des Amtssitzes des Bundespräsidenten. Damals wurde ein 50-Jähriger festgenommen, der aber wieder frei kam.

Ähnliche Attacken mit sogenannten Molotowcocktails gab es auch im vergangenen August auf die CDU-Parteizentrale und später unter anderem auf das Reichstagsgebäude und das Paul-Löbe-Haus des Bundestags.

Bei dem erneuten Angriff nun auf das Kanzleramt wurde niemand verletzt. Zu möglichen Schäden konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.