Syriens Machthaber Assad will die Aufständischen in ihrer Hochburg Homs regelrecht ausrotten. Doch das Übergewicht der Waffen sichert Syriens Machthaber keinen politischen Erfolg. Seine jetzigen Reformversprechen lassen sich auf die Formel bringen: zu wenig und zu spät.
Baschar al-Assad muss seinen Beschützern etwas bieten. Die Russen haben den bedrängten syrischen Präsidenten im UN-Sicherheitsrat zusammen mit den Chinesen vor einer Verurteilung gerettet. Aber sie drängen ihn zu Reformen, die Verhandlungen mit Teilen der Opposition ermöglichen und sein Ansehen bei dem von den Kämpfen verschreckten Stadtbürgertum von Damaskus und Aleppo sowie bei den Minderheiten wieder festigen sollen.
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Feuer der Rebellion mit Blut gelöscht: In Homs gehen die Truppen des syrischen Machthabers Assad massiv gegen die Aufständischen vor. (© AFP)
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Allein mit Verschleppungstaktik kommt Assad also nicht mehr durch. Deshalb soll die Volksabstimmung über eine liberalisierte Verfassung bereits in zehn Tagen statt erst im März stattfinden. Auch durch die bevorstehende Abstimmung in der UN-Vollversammlung über eine Verurteilung seines Regimes gerät Assad unter Zeitdruck.
Durch seine Geste kann er hoffen, dass die sich abzeichnende Mehrheit gegen ihn wieder bröckelt. Vielen Staaten der Dritten Welt bereitet es Missbehagen, wenn eine westlich geführte Kampagne das Ziel hat, über einen von ihnen zu richten. Zudem gibt es viele Regierungen, die Assad zwar für ein Übel halten, aber nach seinem Sturz schlimmeres Chaos fürchten.
Zu den wenig beachteten Stützen des syrischen Präsidenten gehört Bagdad. Man muss für diese Einsicht nicht die ferne Glaubensverwandtschaft zwischen irakischen Schiiten und syrischen Alawiten bemühen. Es genügt zu wissen, dass ein Syrien, das im Bürgerkrieg versinkt, für das labile Irak eine Katastrophe wäre.
Ende März löst Irak das Assad feindlich gesinnte Katar im Vorsitz der Arabischen Liga ab. Sicher ist vor allem, dass ein freundliches Irak für Assad die Verbindungen zu den iranischen Verbündeten garantiert. Libanon wünscht gleichfalls keinen Umsturz in Damaskus, will von Sanktionen nichts wissen und hält Syriens Westgrenze offen. Noch immer schießen Assads Truppen mit Panzern, die Aufständischen im Wesentlichen mit Handfeuerwaffen.
Assad will die Aufständischen ausrotten
Syrien ist nicht Libyen. Niemand im Westen will sich auf militärische Abenteuer einlassen. Rücktrittsforderungen und Reden über "humanitäre Korridore" ändern nichts an der Lage. Weder im Sicherheitsapparat Assads noch unter seinen hochrangigen Offizieren gibt es bisher Dissidenten.
Über Homs steigen Rauchsäulen auf, das Volk leidet unsäglich. Doch wenn die Analysen von Fachleuten nicht trügen, dann ist das Feuer der Rebellion an den meisten Orten bereits mit Blut gelöscht. In ihrer Hochburg Homs will Assad die Aufständischen ausrotten - wie einst sein Vater die rebellierenden Muslimbrüder in Hama.
Das Übergewicht der Waffen sichert Assad freilich nicht den politischen Erfolg. Hätte er vor elf Monaten bereits das gegeben, was die reformierte Verfassung jetzt theoretisch zugesteht, so wären die meisten innersyrischen Kritiker zufrieden gewesen: die Zulassung von oppositionellen Organisationen, die Abschaffung des politischen Monopols der Baath-Partei, freie Wahlen, eine Beschränkung der Amtszeit des Präsidenten auf zweimal sieben Jahre.
Da er selber seit zwölf Jahren an der Macht ist, blieben Assad noch zwei Jahre - wobei von bevorstehenden Wahlen in der Ankündigung des Referendums nicht die Rede ist. Mit der Formel "zu wenig und zu spät" lassen sich viele gescheiterte Reformanläufe erklären. In Syrien gibt es keine glückliche Lösung - das ist der Fluch des Landes nach fast einem halben Jahrhundert Herrschaft der Assads.
Arabische Beobachter haben nichts genutzt, UN-Blauhelme würden nichts bewirken, russische Vermittlung hat bisher die Bürgerkriegsparteien einander nicht näher gebracht. Doch ein innerer Frieden kommt auf Krücken solcher Art, oder gar nicht. Der Westen ist an das Problem, gnädig gesagt, dilettantisch herangegangen. Dass in Libyen eine simple "Flugverbotszone" mit einem Regimewechsel endete, ist heute ein schweres Hindernis für alle internationalen Bemühungen in Syrien.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 16.02.2012/gal)
Müll an der Isar
Die Sache mit den Lohnschreibern ist alt, es gibt eine kleine Partei die hat sie schon immer gehabt. ( Im Karl - Liebknechthaus ist eine Schreibstube ) Aber das ist schon alt, ob sie eine sind ? Keine Ahnung, nur bei der Mitforisten YalleS@:, da liegt der Verdacht schon etwas naeher, zumal dann Berichte in Kuerze, dann Seitenlang ankommen, die meisten Mitforisten koennen das so schnell in dieser Menge kaum bringen. Zumal der Tenor immer die gleiche Leier abspielt. Wer etwas sagen will, der kann das ruhig machen, es sollte schon aus seiner Feder stammen.
Also wirklich! Israelischer Geheimdienst!
Sagen Sie mal, haben Sie zuviel Jean le Carré gelesen?
Geheimdienste verbreiten keine Informationen! Sie sammeln sie!
Wie Sie meinem Profil hier im Suedcafe entnehmen koennen, bin ich keine Lohnschreiberin. Im Gegensatz zu Ihnen schreibe ich nicht aus dem Schutz der Anonymitaet!
Ich schreibe auch privat, nur habe ich viel mehr Zeit als Sie! Wenn ich also nicht gerade liege, dann kuemmere ich mich um die Dinge die faellig sind und ich schreibe eben auch.
Ich schreibe sogar sehr gerne und weil ich mit 10 Fingern blind schreibe, kriege ich locker 2500 Anschlaege in 10 Minuten zusammen. Ausserdem muss ich nicht viel nachschauen, denn ich kenne die Geschichte und die Politik des Mittleren Osten einigermassen gut!
Und ich frage mich freilich, was die mangelnde Stabilitaet im Mittleren Osten mit der Oelverarbeitung zu tun haben soll.
Als die Staaten im Mittleren Osten das Oel zunaechst mit Sovjetischer und schliesslich mit westlicher Hilfe schliesslich selber verarbeiten konnten kamen die nun erwirtschafteten Profite auch wieder hauptsaechlich in die Taschen der lokalen despoten. Ueberdies haben diese Despoten nie sonderlich wert auf die Oelverarbeitung gelegt. Sie haben weiterhin das Rohoel vertickt!
Im Iran ist das besonders anschaulich, wo ein regelrechter Mangel an raffinierten Oelprodukten herrscht. Der Iran muss Diesel und Benzin einfuehren und es langt immer noch nicht!
Nein, die Sovjet Union hat zwar auch zivile Technologie geliefert, hauptsaechlich glaenzte sie jedoch durch massive Waffenlieferungen!
Wozu diese Waffen genutzt wurden koennen Sie an der lebhaften Geschichte des Mittleren Osten ablesen!
Das hat vor allem Frankreich gestunken und die haben dann auch recht bereitwillig Flugzeuge, kleinere Raketen, Schiffe und Atomtechnologie geliefert (siehe Osirak)
Insgesamt fragt man sich, wie die Wirtschaft Syriens aufgebaut ist und wo die das Geld fuer sooooo viele Waffen her haben. Soviel Oel haben die auch wieder nicht und doch kaufen die immer wieder fuer Milliarden Dollar Waffen in Russland ein und als naechstes fragt man sich freilich wozu die soviele Waffen brauchen? Um die Wirtschaft anzukurbeln? Welche Wirtschaft? Die eigene eher nicht!
....dass es sognannte Lohnschreiber gibt, wobei ich ausdrücklich niemanden verdächtigen will, wäre doch interessant, auch herauszufinden oder zumindest festzustellen, dass es sowohl auf der einen Seite wie möglicherweise auf der anderen Seite so etwas gibt.
Denn sicher ist nicht jeder, der sich als Student ausgibt, aus der autochthonen Bevölkerung, ist auch ein solcher, denn was macht es für einen normalen Studenten aus dem Westen, der hier alle Freiheiten genießt, und weder in der APO-Zeit noch beim Doppelbeschluß, noch später aktiv war, sondern praktisch seine Jugend auf Mallorca oder meinetwegen auch im Erasmus-Prgramm oder als Austauschschüler verbracht hat, von Interesse, für eine Regierungsform zu werben, die beispielsweise in Syrien oder dem Iran etabliert ist ?
Wie fidel es im Mittleren Osten bei Machtwecheln zugeht koennen Sie den folgenden Versatzstuecken entnehmen:
Irak - 14.Juli 1958
Kurz vor einem Staatsbesuch des Königs nach Ankara putschten die Obristen.König Faisal,sein Onkel und der Regierungschef Nuri-as Said wurden gestürzt,ermordet und ihre nackten Leichname vom aufgebrachten Volk durch die Straßen von Bagdad geschleift
http://de.wikipedia.org/wiki/Faisal_II._(Irak)#Tod
Ramadan Revolution
http://en.wikipedia.org/wiki/February_1963_Iraqi_coup_d'état
-> At least 5,000 Iraqis were killed in the fighting from 8–10 February 1963
Syrien
- Maerz 1949 Syrian coup d'état
http://en.wikipedia.org/wiki/March_1949_Syrian_coup_d'état
- 1954 Syrian coup d'état
http://en.wikipedia.org/wiki/1954_Syrian_coup_d'état
- 1963 Syrian coup d'état
http://en.wikipedia.org/wiki/1963_Syrian_coup_d'état
- 1966 Syrian coup d'état
http://en.wikipedia.org/wiki/1966_Syrian_coup_d'état
- 1970 Syrian Corrective Revolution
http://en.wikipedia.org/wiki/1970_Syrian_Corrective_Revolution
Aegypten
Hier ging's halbwegs friedlich ab
Koenig Faruq I.wurde am 23.Juli 1952 gestürzt.Er musste zu Gunsten seines sechs Monate alten Sohnes Fu'ad II.abdanken und ging ins Exil nach Italien
Die Staaten zerfallen uebrigens in immer kleinere:
Koenig Faruq I.hatte doch gerade erst 1951 den Titel "König Ägyptens und des Sudan" angenommen.Am 1.Januar 1956 verselbstaendigte sich dann Sudan und der zerlegte sich kuerzlich(nicht so ganz)einvernehmlich in eine Nord- und Sued-Haelfte
Auch der Sudan ist eine recht handfeste Veranstaltung.Sued-Sudan und Darfur sind jeweils ein Kapitel fuer sich
Libyen 1.September 1969
König Idris und Königin Fatima gingen nach Kairo ins Exil
Seitdem kennen wir Muammar al-Gaddafi. Eine schillernde Persoenlichkeit.Er foltert und mordet nach Belieben.Seine Leibgarde besteht aus Jungfrauen in Kampftretern mit hohen Absaetzen und er laesst sich auch gerne zu Berlusconis Bunga-Bunga-Parties einladen
Lybien 2011
Seit Gaddafi ueber den Jordan gegangen ist,geht's in Libyen drunter und drueber! Wieviele Menschen waehrend der Kaempfe 2011 ums Leben kamen ist ungewiss,allerdings habe ich mal eine recht grosse Zahl vernommen(50.000)Und es ist kein Ende absehbar!
Jemen
Das suche ich jetzt nicht raus. Allerdings brannte es dort dauernd!Die Zeiten der Ruhe waren kurz!
Wir duerfen nicht viel erwarten!
Wir muessen froh sein,wenn sich die Lage rasch stabilisiert und das Morden e
Oh jeee, Monej!
Die Regierung der frisch zusammengewachsenen Bundesrepublik D-Land hat ganze Zugladungen NVA-Waffen ueber Ost-Europa(ich glaube Bulgarien)nach Bosnien und Kroatien verschoben!
Das mit der Teilung des Landes sehe ich auch nicht so wie Sie!
Wissen's,damals,nach der Konferenz von Lausanne 1923,haben die Mandatsmaechte Grossbritannien und Frankreich die Staaten auf dem Reissbrett gemacht
Naja,im Grunde schon vorher!
Und darin duerfen Sie eine der Hauptursachen der bis heute dauernden Konflikte sehen.Damals war die modernste Staatsform der Nationalstaat.Also hat sich der Voelkerbund damals gedacht:"Mach'mer was g'scheits,mach'mer Nationalstaaten!"und so sind einfach irgendwelche Staaten gemacht worden
Bis heute haben die Vereinten Nationen ja ihre Probleme mit dem State-Building.Denn die lokalen Interessen laufen meistens den Interessen der Staatenbastler diametral zuwider
Meistens scheitert es mit einer voelligen Unvertraeglichkeit der Grundabsichten und, nachdem ein Staat gescheitert ist,haben sich bis zum Versuch einer Neuordnung bereits lokale Stammesfuersten und Clan-Chefs zu War-Lords aufgeschwungen
Dann kommen wir in das naechste Dilemma,denn wenn die oeffentliche Ordnung und das Oeffentliche Recht erst einmal zusammengebrochen sind, dann kriegen Sie keine auf dem Boden keine Uebereinkunft zusammen,mit der Sie einen Staat aufbauen koennten.Und schon zweimal nicht wird es Ihnen gelingen eine Uebereinkunft aus dem fernen Lausanne,San Francisco oder New York auf irgend eine ferne Flaeche zu projezieren!
Nun hat es sich eben so eingestellt,dass in Staaten wie Syrien,Aegypten,Lybien....rasch ihre urspruenglichen Ordnungen verloren haben.So entliessen Libyen und Aegypten ihre Koenige in gegenseitigem Einvernehmen und Syrien schickte. Syrien hat sich unter Faris al-Khoury seinen Weg in die Unabhaengigkeit erkaempft.Dabei hatten die Syrer es besonders schwer, denn sie waren zunaechst vom Vichy Regime beherrscht und die mussten vom heutigen Frankreich erst rausgebombt werden.Dann wollte Frankreich aehnlich wie in Algerien doch nicht gehen und wurde von Grossbritannien und lokalen Konflikten dazu gezwungen.... Ein Militaer-Putsch folgte dann dem anderen.Syrien war nun wirklich kein stabiles Land.Erst mit Hafis al-Assad wurde es "ruhig".Naja, das war wohl eher eine Friedhofsruhe.Und Sohnemann Bashar kann's halt nicht so gut wie Papa.Und so zerbricht ihm der Staat wohl bevor er irgendwas im Griff hat.
Paging