Erst meckern die Spitzenpolitiker der SPD, nun beschwert sich der Wunschpartner: Für FDP-Chef Westerwelle hat die Kanzlerin "den Kompass fürs Regieren" verloren. Deutschland könne international keine Führungsrolle übernehmen, weil es im Inneren schlecht geführt werde. Merkel verteidigte im Bundestag ihre Politik.
FDP-Chef Guido Westerwelle hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag vorgeworfen, mit ihrem Führungsstil auch die deutsche Außenpolitik erheblich zu schwächen. "Sie sind zu einem wirklich machtvollen, kraftvollen Führen in Europa nicht mehr fähig", sagte er.
In der Kritik: Angela Merkel (© Foto: Getty)
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"Mittlerweile ist die Koalitionszerrüttung so weit, dass deutsche Interessen auch auf internationaler Ebene beschädigt werden." Der Chefliberale, dessen Partei in den Umfragen zuletzt enorm zulegen konnte, bilanzierte: "Das ist schlecht für unser Land."
Westerwelle antwortete mit seiner Rede auf die Regierungserklärung Merkels zu den anstehenden EU- und G-20-Gipfeln, in der sie den deutschen Beitrag im Kampf gegen die globale Finanzkrise verteidigt und als "überdurchschnittlich" bezeichnet hatte. Als Ziel für die beiden Großereignisse nannte Merkel: "Das Motto heißt Kooperation statt Abschottung."
"Sie haben ihren Kompass in der Regierung verloren", warf er Merkel vor. Wer sich in Europa einigen wolle, müsse mindestens in der eigenen Regierung zur Einigung fähig sein. "Wie soll Deutschland nach außen Führung zeigen, wenn es nach innen nicht geführt wird?"
Konzertierte Aktion der SPD-Spitze
Zuvor hatten Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Finanzminister Peer Steinbrück sowie SPD-Chef Franz Müntefering in mehreren Interviews die Bundeskanzlerin scharf angegriffen und deren Wirtschaftspolitik kritisiert. Wegen der verschobenen Entscheidung über die Job-Center warf Kanzlerkandidat Steinmeier der Kanzlerin in der Berliner Zeitung vor, in der Wirtschaftskrise ein "übles Spiel" mit Arbeitslosen zu betreiben.
Müntefering sprach in der Financial Times Deutschland von einer "Niederlage" der Kanzlerin und drohte zugleich dem Koalitionspartner CDU/CSU "Krach" für den Fall an, dass das Gesetz gegen Steueroasen nicht nächste Woche im Kabinett behandelt werde. Wenn die Entscheidung jetzt nicht durchgezogen werde, "führen wir die Debatte darüber, dass die Union die Steuerhinterzieher schonen will". Steinbrück attackierte im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung vor allem den CSU-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Allerdings legte sich FDP-Chef Westerwelle auch mit Steinbrück an. Diesem warf er im Steuerstreit mit der Schweiz unverantwortliches Verhalten vor. "Herr Finanzminister, diese Art und Weise des Umgangs mit unseren Nachbarländern ist eine schlicht undiplomatische Unverschämtheit", sagte er im Bundestag. "Mit der Peitsche drohen, die Kavallerie gegen die Indianer schicken, ich glaube, diese Art und Weise ist schlichtweg unverantwortlich." Westerwelle spottete: "Sie können ja nicht einmal mit der Schweiz Frieden halten."
Kanzlerin: Ross und Reiter müssen genannt werden
Die Bundeskanzlerin hatte zuvor das Vorgehen der Regierung gegen Steuerhinterziehung verteidigt: "Ich sage gerade in Bezug auf Steueroasen, dass es richtig und unabdingbar ist, Ross und Reiter mit Namen zu nennen." Allein diese Androhung habe schließlich bereits Wirkung bei einigen dieser Länder in Europa gehabt.
Darauf entgegnete Westerwelle: "Für die Menschen ist nicht die Oase das Problem, sondern die Wüste drumherum." Grünen-Fraktionschefin Renate Künast antwortete darauf: "In den Oasen saufen die großen Kamele. Sie haben sich heute wieder einmal als Schutzheiliger der großen Kamele, die anderen das Wasser wegsaufen, betätigt."
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(sueddeutsche.de/mati/plin)
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ich stimme ihnen zu, dass wir Volksabstimmungen benötigen. Beim Mehrheitswahlrecht bin ich sehr skeptisch. Es begünstigt in der Regel nur große Parteien es entmachtet diese nicht. Parteien wie die Grünen oder die Linke wären so gut wie gar nicht vertreten. Würde man das letzte BT-Wahlergebnis hernehmen, gäbe es einen Abgeordneten der Grünen und zwei der Linken, sowie keinen der F.D.P (was zu verschmerzen wäre). Aber der Blick gerade nach Großbritannien zeigt, dass dieses Wahlrecht mehr Ungerechtigkeiten schafft als es beseitigen könnte.
@rolfschmid: Ihr Modell würde dahingehend scheitern, dass der mit dem größten Kapitaleinsatz und den besten Sprüchen das Rennen für x Jahre machen würde.
Vielleicht wird ein Bush doch noch Deutscher..
Volksabstimmungen können sie vergessen (meine Meinung), da es zuviele gibt denen es einfach egal ist weshalb, worüber und warum sie abstimmen. Diese Menschen erreichen sie nur über den Stammtisch. Kaufen können sie diese Menschen ebenfalls am Stammtisch: Indem sie ihnen ein paar Bier als Wahlzuckerl zahlen.
Was eine Demokratie tatsächlich benötigt ist: Moralität, Integrität und ein gehöriger Schuss Idealismus der politischen getätigen Personen.
Erst wenn sie diesen Personenkreis erschlossen haben, können wir uns gerne über die Ausformung der Demokratie unterhalten
Sie haben Recht!
Und die Grünen gehören auch mit dazu!
Lesen Sie mal den offenen Brief von Trittin in den Nachdenkseiten.
Da steht drin - und das ist Fakt - Trittin und die Grünen schleimen sich gerade bei der FDP ein.
Glauben Sie mir, die Grünen, besonders die Spitze - auch Jerzy Montag - vor allem der - sind nur daran interessiert, zu regieren. Das Volk interessiert die wenig. Christine Scheel hat 2003 die Liberalisierung der Finanzmärkte gefordert und dies auch durchgesetzt. Mit dem Jörg Asmussen als Treiber. Dreimal dürfen Sie raten, wer diese Dame beraten rat! FDP und Konsorten von der CSU: Friedrich Merz!
"3. Volksabstimmungen über ALLE wirklich wichtigen Fragen, besonders GG-Änderungen!"
Das bleibt wohl eine Wunschvorstellung in Deutschland und wird niemals passieren. Unsere Regierung (egal wer da gerade regiert) wird niemals das Heft aus der Hand geben und uns, das Volk, wirklich mitbestimmten lassen. Als Beispiel, wo mir wieder der Kopf rot anschwillt, die EU Verfassung, aka Lissaboner Vertrag, aka EU Vertrag.
Wir sind eines der wenigen demokratischen Länder in denen das Volk kein Recht hatte bei dieser Verfassung mit zu reden. War ja auch ein sehr hohes Risiko nach dem Fiasko in Frankreich, Holland und am Schluss Irland.
Ich habe schon sehr sehr lange den Glauben einer demokratischen Mitsprache in Deutschland verloren.
Mit aller Gewalt wird die Globalisierung voran getrieben um die Gierhälse zu stopfen und uns unten zu halten.
Genug geschimpft....
Ich werde auf jeden Fall wählen. Obwohl es egal ist wen ich wähle. Aber immerhin habe ich dann das Gefühl etwas dagegen getan zu haben.
Auch die Grünen haben sich bei dieser Show entlarvt.
Künast, Trittin, Özdemir und Konsorten wollen mit der FDP nach der Wahl eine Koalition eingehen.
Hinter den Kulissen sind sie die besten Freunde und im Bundestag schimpft die Renate Künast auf die FDP!
Das ist nur eine Show für das "Stimmvieh", den Wähler und hinter dem Rücken der Wähler planen sie bereits die nächste Abzocke!!!
Unglaublich aber wahr!
Die HVB den Bach runter gehen lassen, wäre die richtige Entscheidung und die Steueroasen wollen die doch nicht beseitigen, die wollen doch ihr Geld sicher wissen.
Paging