Atomwaffen Iran entwickelt Atomsprengkopf

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hat Teheran einen Atomsprengkopf entwickelt. Beim Bau geholfen hat ein früherer Sowjet-Wissenschaftler.

Von Paul-Anton Krüger

Iran hat nach Informationen der Süddeutschen Zeitung mit Hilfe eines Wissenschaftlers aus einem früheren sowjetischen Nuklearwaffenlabor das Design für einen fortgeschrittenen Atomsprengkopf entwickelt.

Westliche Geheimdienste und Diplomaten bestätigten entsprechende Informationen aus einem Papier, das den Kenntnisstand der Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien zusammenfasst; die Süddeutsche Zeitung konnte das Papier einsehen. Nach Einschätzung der Inspektoren würde der Sprengkopf funktionieren.

Es handelt sich demnach um ein sogenanntes Zwei-Punkt-Implosionssystem. Anders als ältere Modelle benötigt dieser Sprengkopf nur zwei spezielle Zünder, sogenannte Exploding Bridgewires (EBWs).

Dadurch ließ sich der Durchmesser soweit verringern, dass er klein genug wäre, um mit der iranischen Mittelstreckenrakete Shahab-3 abgeschossen zu werden. Iran hat gegenüber der IAEA eingeräumt, Experimente zur synchronen Zündung von mehreren EBWs vorgenommen zu haben.

Iran hat offenbar mindestens einen Versuch gemacht, ob der Implosionsmechanismus funktioniert. Dazu wurde nach Erkenntnissen der IAEA-Inspektoren ein Diagnosesystem mit einer speziellen Hochgeschwindigkeitskamera benutzt. Der Wissenschaftler, dessen Identität der SZ bekannt ist, hat nachweislich ein solches System mitentwickelt.

Iran wäre ohne die Hilfe des Mannes nach Einschätzung der IAEA-Inspektoren zu dieser Leistung wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen. Er soll von Mitte der neunziger Jahre bis zum Jahr 2000, möglicherweise auch bis 2002 für Iran gearbeitet haben.

Die IAEA-Experten urteilen, dass Iran aufgrund der Hilfe des Mannes "ausreichend Informationen besitzt, um einen funktionsfähigen nuklearen Sprengsatz nach dem Implosionsprinzip zu entwickeln und zu bauen, der auf hochangereichertem Uran als Brennstoff für die Kernspaltung basiert".

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Freitagsausgabe der Süddeutschen Zeitung.