Die Ereignisse des des Tages zum Nachlesen.

"Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung": Die Atombehörde IAEA macht Hoffnung, dass in Fukushima das Schlimmste noch abzuwenden ist. Bei den Rettungsarbeiten sind allerdings mehrere Beschäftigte verstrahlt worden - und in Tokio wurden radioaktive Partikel im Leitungswasser entdeckt.

Im japanischen Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima-1 bemühen sich die Techniker weiter fieberhaft darum, einen Super-Gau zu vermeiden. Ein Video dokumentiert die Rettungsaktion im Zentrum der Katastrophe (rechte Spalte). Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen im Minutenprotokoll.

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Die Situation am Reaktor 3 soll sich mittlerweile verbessert haben. Armee und Feuerwehr sind dabei, tonnenweise Meerwasser dort zu versprühen. Gleichzeitig versuchen Techniker, die herkömmliche Kühlung des Kraftwerks wieder in Gang zu setzen. Dafür muss zunächst die Stromversorgung wiederhergestellt werden. Die Betreiberfirma Tepco meldete, dass eine Starkstromleitung zum Meiler inzwischen stehe.

12:01 Uhr

In China sind zwei Männer bestraft worden, weil sie im Internet grundlos Angst vor einer akuten radioaktiven Verstrahlung geschürt hatten. Einer der Täter habe über ein soziales Netzwerk die Behauptung verbreitet, eine Strahlenwolke habe die Stadt Shanghai erreicht, berichtet die Zeitung Shanghai Daily.

12:30 Uhr

Laut BBC wurde die Zahl der Toten erneut nach oben korrigiert: Demnach spricht die japanische Polizei jetzt von 7348 Opfern. 10.947 Menschen werden noch vermisst.

13:30 Uhr

Die Behörden haben im Leitungswasser der Hauptstadt Tokio erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Es handele sich um Spuren von radioaktivem Jod, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen Vertreter des Wissenschaftsministeriums. Ungewöhnlich hohe Werte von radioaktivem Jod seien zudem im Trinkwasser der zentraljapanischen Präfekturen Gunma, Tochigi, Saitama, Chiba und Niigata festgestellt worden. Allerdings lägen die Werte in allen Fällen deutlich unter dem zulässigen Grenzwert, sagt der Ministeriumsvertreter, der nicht genannt werden will. Es war allerdings unklar, wie die radioaktiven Partikel über die Distanz schon allein in das Trinkwasser der benachbarten Provinz Gunma gelingen konnten - und ob sie überhaupt aus dem AKW Fukushima stammen. Die Proben von Gunma enthielten demnach 2,5 Becquerel pro Kilogramm Iod 131, 0,22 Bq Caesium-137 und 0,16 Kilogramm-134. Für das belastete Wasser in Tokio gab es zunächst keine Angaben. Zum Vergleich: Die deutschen Grenzwerte für Milch und Säuglingsnahrung liegen deutlich höher - bei 370 Becquerel (Cäsium 134/137) pro Liter.

13:47 Uhr

Das japanische Gesundheitsministerium hat einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima angeordnet. Dies teilte die internationale Atomenergiebehörde IAEA mit. Zuvor war bei Milch und Spinat aus der Nähe des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima erhöhte Strahlenwerte gemessen wurden. Auch in der südlicheren Präfektur Ibaraki sei belasteter Spinat entdeckt worden.

15:05 Uhr

Erste Angaben zur Radioaktivität im Trinkwasser von Tokio: Das Jod soll mit 1,5 Becquerel pro Kilogramm strahlen. Dieser Wert würde deutlich unter den Grenzwerten liegen.

15:49 Uhr

In Fukushima-1 soll am Sonntag die Stromversorgung wiederhergestellt werden. Ob es damit aber gelingt, die Kühlsysteme der teilweise zerstörten Reaktoren wieder in Gang zu setzen, war unklar. Bislang gelang es offenbar, eine Stromleitung zu Reaktor 2 des Atomkraftwerks zu verlegen. Bis Sonntagmorgen soll es damit möglich sein, das Kühlsystem des Reaktors ans Stromnetz anzuschließen. Anschließend soll auch Reaktor 1 mit Strom versorgt werden. Ob die Pumpen und Leitungen des Kühlsystems noch funktionieren, ist offen. Unterdessen setzen Ingenieure, Soldaten und Feuerwehrleute ihre Bemühungen fort, die vier überhitzten Reaktorblöcke 1 bis 4 notdürftig zu kühlen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Toshimi Kitazawa sollen die Reaktoren fortan "rund um die Uhr" statt wie bisher phasenweise besprüht werden. Am Reaktor 3 wurden bei einem neuen Kühleinsatz Spezialfahrzeuge der Tokioter Feuerwehr eingesetzt.

17:03 Uhr

Die Helfer am havarierten Reaktor haben Löcher in die Reaktorblöcke 5 und 6 geschnitten, um eine Wasserstoff-Explosion zu verhindern. Es ist demnach unklar, ob die Wasserpumpen im Kernkraftwerk funktionieren werden, wenn erstmal der Strom wieder angeschlossen ist.

17:24 Uhr

Japan erwägt nach Angaben der IAEA, den Verkauf von Lebensmittelprodukten aus der Präfektur Fukushima zu stoppen. Damit korrigiert die UN-Behörde jetzt ihre früheren Angaben: Sie hatte berichtet, das Verbot gelte bereits. Begründet wurde die Maßnahme mit radioaktiven Jod in der Nahrung, die kurzfristig die Gesundheit gefährden könnte.

17:26 Uhr

Bei den Rettungsarbeiten am schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben sechs Arbeiter zu viel radioaktive Strahlung abbekommen. Bei den Männern wurden mehr als 250 Millisievert gemessen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag mit Verweis auf den Kraftwerksbetreiber Tepco mitteilt. Welche Aufgaben die Arbeiter hatten, teilt Tepco nicht mit. Wegen der Katastrophe hatte das japanische Gesundheitsministerium den Grenzwert für Arbeiter an dem zerstörten Kraftwerk von 100 auf 250 Millisievert hochgesetzt. In Deutschland gilt für Menschen, die beruflich etwa in einem Atomkraftwerk Strahlung ausgesetzt sind, ein Grenzwert von 20 Millisievert pro Jahr.

19:21 Uhr

Der Eintritt der schlimmstmöglichsten Katastrophe in Fukushima wird nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit jedem Tag unwahrscheinlicher. "Die Dinge entwickeln sich in die richtige Richtung", sagte der IAEA-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz in Wien. Das Risiko in Fukushima reduziere sich Tag für Tag. Dennoch sei Vorsicht geboten, so der IAEA-Experte: Eine Eskalation sei nach wie vor jederzeit möglich.

20:44 Uhr

Jetzt ist klar: In Fukushima-1 soll erst am Sonntag einer der schwer beschädigten Reaktoren wieder mit Strom versorgt werden. Kraftwerksbetreiber Tepco will zunächst versuchen, Reaktor 2 wieder an die Stromversorgung anzuschließen. Zuvor hatten Techniker Stromkabel zu den Meilern 1 und 2 gelegt.

Ein weiteres Video (nächste Seite) zeigt außerdem, wie japanische Fischer mit ihrem Boot die mächtige Tsunami-Welle durchqueren, bevor diese die Küste erreicht.

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(sueddeutsche.de/dpa/AFP/Reuters/olkl)