Aus Protest gegen SOPA hatten die Betreiber des englischsprachigen Online-Lexikons Wikipedia ihre Seite für einen Tag abgeschaltet, die Suchmaschine Google versah ihr Logo mit einem schwarzen Zensurbalken. Heveling schreibt nun in seinem Beitrag, Wikipedia und Google hätten "ihren starken Arm gezeigt". Doch das Wissen der Welt liege immer noch in den Köpfen der Menschen. "Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!"
Anzeige
Im Internet erntet der Politiker mit seinem martialischen Aufruf Häme und Wut. "#Heveling will die CDU endgültig von jungen Wählern befreien. Die subliminale Botschaft: sucht Euch schleunigst eine andere Partei", schreibt JensWuerfel. Die Userin lisseuse kommentiert: "'Verbrannte Erde' als Metapher spricht von sehr ausgeprägtem Geschichtsbewusstsein". Und habichthorn spottet: "Protestmail an #Heveling? Sinnlos. Profis schicken gleich ein Protestfax. #analogepolitiker"
Unter dem Hashtag "#hevelingfacts" machen Witze über das vermeintlich antiquierte Weltbild des Politikers die Runde: "#Heveling sucht noch eine Blaskapelle, um zwölf Mal um die Firewall von Jericho zu ziehen", schreibt etwa RoterClaus. Der User emtiu fügt an: "Herr Heveling kann Ihre Anfrage derzeit nicht beantworten, er ist auf dem Weg zu einer Sitzung in der Frankfurter Paulskirche." Und Herr_Rosenfeld spottet: "Achtung die CDU warnt: Windmühlen gefährden die Arbeitsplätze der Mahlsklaven!"
Auch die politische Konkurrenz reagiert kritisch auf Hevelings Beitrag. Der netzpolitische Sprecher der SPD, Lars Klingbeil, sagte der SZ: "Eine solche Plumpheit ärgert mich." Nachdem er eineinhalb Jahren mit Heveling in der Enquete-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft zusammengearbeitet habe, "hatte ich gehofft, dass wir weiter sind in der Debatte, dass nicht so eine Spaltung betrieben wird." Die Aussagen des CDU-Kollegen deuteten auf einen "internen Machtkampf" in der Union hin: "zwischen denen, die sich um eine vernünftige Netzpolitik bemühen, und denen, die sich dem Internet völlig verschließen".
Klingbeils Pendant bei den Grünen, Malte Spitz, sagte der SZ, er habe selten solch einen Unsinn von einem Abgeordneten gehört. "Heveling will sich für seine kruden und unsachlichen Ansichten maximale Aufmerksamkeit sichern. Als Rheinländer verwechselt er wohl gerade einen Gastkommentar mit einem schlechten Beitrag zu einer Karnevalssitzung." Man könne sich gerne politisch streiten, findet Spitz, aber blanker Populismus, absurde Thesen und Kriegsrhetorik gehörten außen vor. Die scheidende Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, schrieb bei Twitter, sie habe sich bei der Lektüre "ömmelig gelacht".
Später hatten sich Kritiker Zugang auf die Homepage von Ansgar Heveling verschafft und dort Nachrichten wie "Ich trete aus der CDU aus" und "Es grüßt: Christopher Lauer von der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus" hinterlassen. Schwer scheint das Hacken der Seite nicht gewesen zu sein: Offenbar hatte der Politiker als Benutzername seinen Nachnamen, als Passwort seinen Vornamen gewählt.
Heveling zeigte sich von den Reaktionen auf seinen Beitrag im Gespräch mit der SZ "nicht überrascht": "Die ganze Bandbreite von großer Zustimmung bis totaler Ablehnung, das gehört alles dazu. Ob das dann alles klug formuliert ist, ist eine andere Frage. Aber das berührt mich nicht."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Netzpolitik RSS
(Süddeutsche.de/gba)
Obama zeichnet Bob Dylan aus
..Fäuste hoch, ohne Deckung gibt es nämlich Veilchen!
Dass verteufelt wird, was man nicht begreift, ist ja nichts Neues.
Aber dass jemand mit so beschränktem Horizont Bundestagsabgeordneter sein kann/darf, ist ja wohl ein schlechter Witz der übelsten Sorte.
Gibt es denn da gar keine Zugangsvoraussetzungen?
" Also, Bürger, auf zur Wacht!"... also DER Spruch stammt ja wohl aus einer völlig überholten Zeit.
Aber passt ja ganz gut: damals wurden Bücher verbrannt, heute will der dasselbe mit dem WWW machen...
"(Wie kommt man im Stabsdienst zu einer Ehrenmedalie? Die Schuhe des Herrn Oberst waren wohl immer extra blank.) "
Ja, den selben Gedanken hatte ich auch wie ich seine Vita durchforstet hatte. Gerade im Stabsdienst kann man sich wohl nicht sonderlich viel durch Ehre und Tapferkeit ne Ehrenmedaille ergattern. Gerade eben in Friedenszeiten wo es an "viel Feind - viel Ehr" eben mangelt...
Blankgeleckte Stiefel scheinen da wirklich der beste Begründungsansatz zu sein... ;)
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Zitat: "Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein."
Wenn das irgendwie stellvertretend für einen größeren Teil der CDU-Mitglieder steht, dann kann das nur bedeuten:
--Die CDU wird bald Geschichte sein!--
Zitat aus Hevelings vita:
Wehrdienst bei der Bundeswehr
Stammverwendung Stabsdienst (Presse-/Öffentlichkeitsarbeit)
Auszeichnung mit der Ehrenmedaille der Bundeswehr
(Wie kommt man im Stabsdienst zu einer Ehrenmedalie? Die Schuhe des Herrn Oberst waren wohl immer extra blank.)
1993 - 1997
Studium der Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn
1. Staatsexamen
(Streber)
1999 - 2001
Referendariat u. a. mit Ausbildung beim Bischöflichen Generalvikariat in Aachen (Abt. Weltliches Recht) und verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer
2. Staatsexamen
(Das deutet doch ein alles auf einen sehr engen Weltanschaulichen Blickwinkel hin.)
Fazit: Wie kann jemand der noch so jung aussieht bloß schon so verkalkt sein?
Paging