Anschlag in Münster Jens R. gegen den Rest der Welt

Münster, am Sonntag. Am Tag zuvor war die Altstadt voll mit Menschen, die den ersten richtig schönen Frühlingstag genießen wollten.

(Foto: David Hecker/EPA-EFE/REX/Shutterstock)

Erfolgreich, wohlhabend, psychische Probleme: Der Täter des Anschlags in Münster hatte offenbar keinen terroristischen Hintergrund. Aber: "Für die Opfer macht das keinen Unterschied."

Von Hans Leyendecker, Georg Mascolo und Christian Wernicke

Am Morgen danach herrscht Stille. Vögel zwitschern, die Glocke der Apostelkirche schlägt zur halben Stunde, der Flügelschlag einer Taube ist in der Gasse der Altstadt zu hören. Kein Auto rollt über das Kopfsteinpflaster, obwohl die Polizei über Nacht die meisten Straßensperren rund um den Dom aufgehoben hat. Münster, die "Stadt des Friedens", ist, wie sie immer ist, ruhig wie ein Dorf.

Am Horsteberg, gleich hinter Sankt Paulus, blickt Jochen Reidegeld aus dem Fenster. Der stellvertretende Generalvikar hat über Nacht ...