Würden Terroristen eine Bombe mit Nuklearmaterial zur Explosion bringen, der Schaden wäre unermesslich. Deshalb müssen alle Staaten jeglichen Umgang mit Strahlenstoffen genau kontrollieren - von Absichtserklärungen wird sich etwa al-Qaida nicht abhalten lassen.
Sicherheitspolitik ist in den Demokratien des Westens in erster Linie Risikovorsorge. Sie muss darauf zielen, die körperliche Unversehrtheit der Bürger zu garantieren, ihr Eigentum und nicht zuletzt eine Gesellschaftsordnung, in der Freiheitsrechte respektiert werden.
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Eine mit strahlendem Material versehenen Bombe würde unermesslichen Schaden anrichten - kaum vergleichbar mit den Folgen einer konventionellen Bombe (hier im Gaza-Streifen). (© Foto: AFP)
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Es liegt in der Natur der Sache, dass dabei eine Abwägung getroffen werden muss: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden eintritt? Und wie groß würde dann der Schaden sein?
Wenn Terroristen eine Atomwaffe zur Explosion bringen sollten, dann würde der Schaden derart unermesslich sein, dass jeder verantwortungsbewusste Staatsführer gut daran tut, die Wahrscheinlichkeit so weit wie nur möglich zu minimieren, selbst wenn sie eh schon sehr gering erscheint.
Deswegen also ist es nötig, waffenfähiges Nuklearmaterial zu sichern. Das ist nicht billig, doch es wird keinen Schaden anrichten, zieht man das gefährliche Material aus dem Verkehr. Kein ziviler Nutzer ist auf den Stoff angewiesen. Sollten Terroristen nur eine einzige Atomwaffe einsetzen, würden Zehntausende Menschen ihr Leben verlieren und Hunderttausende verletzt und verstrahlt werden.
Die Reaktion auf den internationalen Terrorismus hat weltweit - auch in Deutschland - dazu geführt, dass Freiheitsrechte erheblich eingeschränkt wurden. Es ist nicht auszudenken, was mit dieser Welt nach einem nuklearen Attentat geschähe - sie wäre nicht mehr die gleiche.
Staaten beziehen ihre Legitimität vor allem daraus, dass sie ihren Bürgern Sicherheit garantieren. Nach einem Nuklear-Angriff würde das bereits verschobene Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit endgültig ins Kippen geraten. Ob eine westliche Demokratie solch einen Schlag überhaupt verkraften könnte, ist nicht ausgemacht.
US-Präsident Obamas Verdienst liegt zunächst darin, viele Staaten überzeugt zu haben, dass es in ihrem ureigenen Interesse liegen muss, Nuklearmaterial zu sichern. Dazu reichen aber keine Absichtserklärungen. Sie schaffen zwar eine nützliche politische Dynamik, Terroristen vom Schlage al-Qaidas lassen sich davon aber nicht beeindrucken.
Also ist es ist wichtig, Staaten zu konkreten Zusagen zu drängen. Obama kann als Erfolg verbuchen, dass die Ukraine und Chile ihr hochangereichertes Uran aufgeben werden. Es bleibt dennoch ein ambitioniertes Ziel, alles waffenfähige Material binnen vier Jahren zu sichern.
Es wäre allerdings kurzsichtig, sich allein auf waffenfähiges Material zu konzentrieren. In Krankenhäusern, auf Baustellen in Forschungslabors gibt es zuhauf strahlende Stoffe. Als schmutzige Bombe mit konventionellem Sprengstoff in die Luft gejagt, entfachen sie kein neues Hiroshima. Der Schaden wäre also geringer - dafür aber ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass eine solche Bombe explodiert.
Viele Staaten sind nachlässig bei der Sicherung der strahlenden Stoffe. Die Bundesregierung sollte ihnen sanft Hilfe aufdrängen, nötige Gesetze und Kontrollbehörden zu schaffen sowie Personal auszubilden. Schlamperei und Dilettantismus sind meist die Ursache, wenn solches Material verschwindet.
Bedauerlicherweise aus dem Blick geraten ist eine drittes Problem, das Aufmerksamkeit braucht, will man verhindern, dass immer mehr strahlende Stoffe durch die Welt vagabundieren: die wachsende Verbreitung von Nukleartechnik. Brennstäbe lassen sich nicht einfach zu Bomben umschmieden, aber vieles was man für zivile Programme braucht, taugt zum Bombenbau - besonders Anreicherungs- und Wiederaufarbeitungstechniken.
Bei Exporten wäre also mehr Sensibilität nötig, nicht nur in Deutschland, auch bei jenen Staaten, die Kernkraftwerke in alle Welt verhökern, wie etwa Frankreich. Zudem muss illegaler Handel mit der Technologie noch strikter unterbunden werden, durch bessere Gesetze und schärfere Kontrollen.
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(SZ vom 14.04.2010/liv)
wieder mal mit einem (Terrorismus/Iran/Hamas/AlQaida/Taliban)-Scharfmacherartikel. (zutreffendes bitte auswählen)
"Ein Kommentar von Paul-Anton Krüger
Würden Terroristen eine Bombe mit Nuklearmaterial zur Explosion bringen, der Schaden wäre unermesslich"
Lieber Paul Anton Krüger, wenn man schon solch einen absurd reisserischen Artikel a´la BLIND (Bild) schreibt, sollte man sich ein wenig vorab belesen und infomireren, denn dann wäre wohl selbst Ihnen aufgefallen, das eine sogenannte "Schmutzige" Bombe eine Erfindung (Angstmacherei) der Neocons ist und uhter Bisch forciert wurde, die gemäß 99% aller ernstzunehmender Experten kaum oder nur geringe Schäden verursachen würde im Gegensatz zu einer Atomzündung incl. Kettenreaktion.
Warum?, weil eine Ummantelung eines rein konventionellen Sprengstoffs oder Bombe mit gering angereichertem Uran bei der Explosion diesen weder fein genug zersprengen kann noch weit genug auseinandertreiben kann, somit sowohl Wirkung wie auch Reichweite gering wären.
Wie man daher auf die absurde Idee kommt solch eine "Bombe" wäre geradezu unermesslich apokalyptisch, entzieht sich zumindest jeglicher Logik und Faktenlage, lässt sich aber in den vermeintlichen Massen-Medien natürlich ans vermeintlich ungebildete und dumme Volk prima verkaufen, denn Angstmache ist immer eine Meldung wert, egal wie dümmlich und absurd diese sein mag.
Das somit ei solcher Artilkel auch in einer SZ zu lesen ist, ist ein Armutszeugnis für den Journalismus.