Der israelische Staat hat es sich auf seinem Stammplatz am Pranger der Welt bequem gemacht und so schlimmen Schaden angerichtet - für seine Stellung in der Region. Wer von so vielen Seiten angefeindet wird, ist dringend auf Freunde angewiesen.
Am Anfang stand die Demonstration der Stärke. Seit Tagen schon war alles vorbereitet, die Marine zeigte sich gerüstet für den Showdown, denn niemand sollte glauben, dass er Katz und Maus spielen könne mit dem Militär des Staates Israel.
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In Jordanien verbrennen Demonstranten eine israelische Flagge - ein Protest gegen den Militärschlag gegen einen Hilfskonvoi, bei dem am Montag mindestens zehn Menschen ums Leben kamen. (© rtr)
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Am Ende stehen Szenen wie aus einem Krieg und ein Blutbad auf hoher See. Eine internationale Hilfsaktion für die Menschen im abgeriegelten Gaza-Streifen ist in eine Katastrophe gemündet.
Gewiss hat niemand gewollt, dass es so schlimm kommt. Aber ebenso gewiss ist, dass es irgendwann so schlimm kommen musste. Denn die Regierung in Jerusalem hat - nicht nur in diesem Fall - das Maß verloren, mit dem sie für ihre Ziele kämpft.
Israel sieht sich als Nation im Krieg. Selbst wenn nicht gekämpft wird, ist die Bedrohung allgegenwärtig. Wohl nirgends auf der Welt heulen so oft die Sirenen zu Probezwecken, nirgends wird so ausgiebig über die Verteilung von Gasmasken und die Abwehr terroristischer Angriffe diskutiert.
Ein Land in steter Abwehrbereitschaft
Das ist eine Konsequenz aus der Geschichte dieses Landes, das in den 62 Jahren seiner Existenz nie zur Ruhe kam und bis heute umringt ist von Feinden. Dies führt jedoch dazu, dass alles aus dem Blickwinkel der Bedrohung betrachtet wird, und das Land allzeit und überall abwehrbereit ist. Dies ist der Kern der israelischen Staatsräson.
Der Umgang mit diesem brisanten politischen Axiom erfordert enormes Verantwortungsbewusstsein. Notwendig wäre dafür ein hohes Maß an Differenziertheit und Fingerspitzengefühl. Die israelische Politik jedoch versagt auf ganzer Linie vor dieser Verantwortung.
Als sechs Schiffe voller Hilfsgüter Kurs auf den Gaza-Streifen nahmen, wurde die Marine in Alarmzustand versetzt, als gelte es, eine feindliche Armada abzuwehren. Die unbedingte Aufrechterhaltung der Gaza-Blockade, die eigentlich nichts anderes ist als eine Strafaktion gegen 1,5 Millionen Palästinenser, wurde gleichsam in den Kern des israelischen Überlebenskampfes inkorporiert. Eine Niederlage durfte es auf diesem Feld nicht geben - koste es, was es wolle.
Mit diesem Tunnelblick haben Israels Streitkräfte nun den schlimmstmöglichen Schaden angerichtet - für die Stellung ihres Landes in der Welt.
Es wird nicht reichen, sich damit zu rechtfertigen, dass die Soldaten beim Kapern der Schiffe von den Aktivisten angegriffen worden seien. Es klingt angesichts der Kräfteverhältnisse und der Opferzahlen sogar fast obszön, wenn der Armeesprecher angibt, die Soldaten hätten sich gegen Lynchattacken zur Wehr setzen müssen.
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Bilder des Tages
Ach, Herr Münch, jetzt machen Sies genauos wie ihr Vorgänger Avenarius, bauen auch das Feindbild vom grundsätzlich bösen Israeli auf. Eigentlich sollten Sies doch besser wissen - sitzen nahe genug dran. Auf gute Besserung
Zitat:
"Wäre es nicht klüger und überzeugender gewesen, dort Sprengstoff und Maschinengewehre zu finden?"
Ich habe eine einfache Erklärung dafür: die Schiffe wurden nicht in Iran beladen sondern in Europa, z.B. Griechenland und Türkei, vor allem Türkei. Hätten die israelis so was inszeniert, hätten sie noch mehr Probleme mit der mutigen türkischen Regierung gehabt. Das Ziel der israelis war einfach die Aktivisten und weitere potenzielle Aktivisten zu schocken und terrorisieren, indem sie diese brutal niederschlagen.
Solche "Todfeindschaften" wurden irgendwann von Leuten begründet, die sie vorgreifend ausrufen - als selbsterfüllende Prophezeiung. Leute, die sich später zur Begründung dann so äußern wie Sie & Ihre Sympathisanten, mit Verlaub ...
Nochmals: Wie könnte Israel selbst von solchen Amokläufen langfristig profitieren? Mit einer solchen politisch-militärischen Führung fährt sich Israel über kurz oder lang selbst an die Wand. Dieses Pingpong-Spiel mit den Palästinensern: wir bombardieren Euch, Ihr schickt uns Eure Selbstmordattentäter, wir bombardieren Euch ... - dauert ohnehin schon viel zu lange. Sich jetzt zusätzlich noch gegen die ganze Welt zu stellen - Moment, woran erinnert mich das?
Ach ja, es gibt noch ein anderes Land, das politisch ähnlich rational agiert. Aber selbst die Nordkoreaner hätten diese Aktion wohl subtiler durchgeführt ... Mit Abstand!
Also, eine Zusammenfassung meinerseits was ich gelesen habe. Laut u.a israelischen Aussagen gab es:Steinschleudern, Äxte, Messer, Schlagstöcke, Metallstangen und sogar scharfe Waffen. Ich denke, hier wurde teilweise versucht mit "Lügen" das Massaker zu rechtfertigen. Fakt ist immer noch, dass es in internationalen Gewässern geschah, nicht israelischen, und die Besatzung sich "verteidigt" hat. Ich habe sogar gelesen, dass aus israelischen Hubschraubern geschossen wurde. Aber das allerbeste kommt von einer großen deutschen Online-Tageszeitung mit 4 Buchstaben. Da wird doch glatt behaupet, dass sogar womöglich "Waffen" an Bord sein sollten. Naja, mit ganz viel Phantasie...nee selbst dann nicht. Ich bilde mir meine Meinung doch lieber selber. Hoffe nur nicht, dass sich doch unter irgendwelchen mysteriösen Umständen auf den Schiffen doch noch Waffen finden.
Wie einem ungezogenen Kind, das permanent über die Stränge schlägt, muss man dem Staat Israel - insbesondere, wenn er von einer militaristisch-konservativen Regierung geführt wird - die Grenzen aufzeigen.
Ich erinnere nur an die Drohgebärden und Scheinangriffe auf das deutsche Flaggschiff in der Mission vor dem Libanon, das ja die Interessen Israels mit vertreten half. Eine bodenlose Frechheit!
Jetzt wird's Zeit, dass Amerika von seiner bedingungslosen Loyalität abrückt; Sanktionen der Weltgemeinschaft wie der EU müssen folgen.
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