Alternative für Deutschland AfD stoppt Aufnahme früherer Mitglieder von "Die Freiheit"

Die eurokritische AfD bekommt Zulauf von rechten Kleinparteien - und wehrt sich mit einem Aufnahmestopp. Künftig will sie frühere Mitglieder der rechtspopulistischen "Die Freiheit" nur noch in Ausnahmefällen zulassen. Mit Ex-Mitgliedern der FDP will man anders verfahren.

Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) hat einen Aufnahmestopp für ehemalige Mitglieder der rechtsgerichteten Partei "Die Freiheit" und weiterer Kleinparteien verhängt. "Die Regel ist jetzt, dass nicht aufgenommen wird", erklärte der AfD-Bundessprecher Bernd Lucke. Lediglich in Ausnahmefällen, etwa wenn eine Mitgliedschaft schon länger zurückliege, sei eine Aufnahme noch möglich.

Dafür sei aber stets ein protokolliertes Einzelgespräch und die Zustimmung des jeweiligen Landesvorstandes erforderlich. "Wir werden nicht alle über einen Kamm scheren, aber die Nachweispflicht für eine untadelige politische Einstellung liegt eindeutig bei denen, die sich um Aufnahme in die AfD bewerben", sagt Lucke. Eine Mitgliedschaft in der AfD sei unvereinbar mit ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, rechtsextremen und linksextremen Gesinnungen.

Die AfD kündigte diese Maßnahme an, nachdem die rechtspopulistische Partei "Die Freiheit" zuvor mitgeteilt hatte, nicht mehr zu Bundes-und Landtagswahlen anzutreten und dies als eine Unterstützung der AfD dargestellt hatte. "Desaströse Wahlergebnisse bei der Bundestagswahl und den Landtagswahlen in Bayern und Hessen lassen vermuten, dass "Die Freiheit" sich auflösen wird", sagte Lucke. "Das kann sie gerne tun, aber wenn deren Mitglieder eine islamophobe und latent fremdenfeindliche Einstellung haben, haben sie bei uns nichts verloren."

Ähnlich restriktiv solle mit Ex-Mitgliedern anderer, nicht konkret genannter Kleinparteien "mit Ausnahme der FDP" verfahren werden, hieß es weiter. Die AfD erwartet in nächster Zeit auch verstärkten Zulauf enttäuschter FDP-Mitglieder. Lucke teilte in der vorigen Woche mit, in mehreren Landesverbänden hätten bereits ehemalige Freidemokraten an die Tür geklopft. Lucke betonte allerdings: "Wir werden definitiv keine FDP 2.0." Die AfD wolle eine Volkspartei werden, die auch die soziale Absicherung der unteren Einkommensgruppen im Blick habe. Zudem habe man kein Interesse daran, "der CDU einen verloren gegangenen Bündnispartner zu ersetzen".

Bei der Bundestagswahl, bei der die AfD mit 4,7 Prozent nur knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, hatten die Eurokritiker keiner anderen Partei so viele Wähler abgeworben wie der FDP. Doch auch der stellvertretende AfD-Chef Alexander Gauland will seine Partei politisch breit aufstellen. "Ein breiter innerparteilicher Korridor muss aufrechterhalten bleiben, um die unterschiedlichen Milieus in der Partei - Wertkonservative, Liberale, Euro-Gegner et cetera - zu integrieren", sagte Gauland der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit.