Selbstmordanschlag in Taliban-Hochburg: Im südafghanischen Kandahar sterben mindestens 40 Menschen, mehr als 60 werden verletzt.
Bei einem der schwersten Bombenanschläge in Afghanistan seit Monaten sind am Dienstagabend in der Stadt Kandahar nach offiziellen Angaben mehr als 40 Menschen getötet worden. Mehr als 65 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Polizeichef für den Süden des Landes, Ghulam Ali Wahdat, am Mittwoch mit. Bei den Opfern soll es sich ausschließlich um Zivilisten handeln.
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Ein afghanischer Polizist am Ort der Zerstörung. (© Foto: Reuters)
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Der vermutlich mit einer Reihe von Bomben ausgetragene Anschlag habe sich in der Nähe von Büros des Geheimdienstes und eines Straßenbauunternehmens ereignet. In der Gegend sind auch einige internationale regierungsunabhängige Organisationen untergebracht.
Es war der folgenschwerste Anschlag in Afghanistan seit der Detonation einer Autobombe auf einem Markt etwa 30 Kilometer südlich von Kabul am 9. Juli. Damals starben mindestens 25 Menschen, darunter auch Schulkinder. Der Anschlag ereignite sich am Abend zur Zeit des Fastenbrechens.
In Afghanistan wird wie in anderen muslimischen Ländern der Fastenmonat Ramadan begangen. Durch die Wucht der Detonation seien zahlreiche Häuser beschädigt worden, sagte ein Sprecher des örtlichen Gouverneurs. Er rechne damit, dass die Zahl der Opfer noch steigen könne, da unter den Trümmern weitere Leichen vermutet würden.
Die Wucht der Detonation habe Scheiben noch in bis zu einem Kilometer Entfernung zum Bersten gebracht. Nach der Detonation seien Schüsse zu hören gewesen. Polizei und Armee hätten den Anschlagsort abgesperrt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Kandahar ist die ehemalige Hochburg der radikalislamischen Taliban-Rebellen.
Kurz vor dem Anschlag waren erste Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl veröffentlicht worden, die überraschend ein knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah zeigten. Die Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen, die Abstimmung am vergangenen Donnerstag aber nicht verhindern können. Indes gingen auch die Kämpfe zwischen den radikal- islamischen Taliban und den internationalen Streitkräften weiter.
Nach dem Tod von vier weiteren US-Soldaten bei einem Anschlag in Südafghanistan am Dienstag ist es inzwischen für die ausländischen Truppen in Afghanistan bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes. Der unabhängige Internetdienst icasualties.org verzeichnete 295 ausländische Soldaten, die seit Jahresbeginn starben. Im gesamten vergangenen Jahr waren demnach 294 ausländische Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen.
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(dpa/AFP/liv)
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So sagt jetzt der Sprecher der Taliban. Und vielleicht hat er damit sogar recht. Denn ausser den Taliban setzen auch noch die deren Verbündete von Al Kaida mit Sprengstoff beladene Fahzeuge als Terrorwaffen ein. Aber letztendlich spielt das keine Rolle. Verlieren die Taliban, dann verliert auch Al Kaida.
Aber so steinzeitlich die Überzeugungen der Taliban auch sein mögen, die Wirksamkeit von Propaganda haben sie inzwischen erkannt. Kostet ein Anschlag auf ausländische Organisationen zu viel zivile Tote in der afghanischen Zivilbevölkerung, dann leugnen die Taliban einfach jede Schuld. Aber bei den Anschlägen bei denen tatsächlich auch ein Ausländer ums Leben kommt, dazu bekennen sie sich gerne.
Ein Stück weit zeigt da auch, das, anders als von der Linken behaupted, der Kampf um Afghanistan noch nicht gelaufen ist. Die Anwesenheit der ISAF hat einen Sinn und gehört fortgesetzt. Unsere Soldaten leisten dort einen schweren Dienst. Unterstützen wir sie dabei.