Lug und Trug: Das "deutsche Engagement am Hindukusch" ist in Misskredit geraten. Retten kann den "Krieg" nur noch ein Rücktritt Jungs und zur Abwechslung mal Ehrlichkeit.
Wie viele Entlassungen muss ein solches Ereignis nach sich ziehen? Wie viele Rücktritte verlangt ein solches Debakel? Der Generalinspekteur ist weg. Ein Staatssekretär ist weg.
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Einer der ausgebrannten Tanklaster in Kundus, Afghanistan. Der deutsche Afghanistan-Einsatz ist durch die Operation in Misskredit geraten. (© Foto: AP)
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Der Abgang des politisch verantwortlichen Ministers wäre die sauberste Lösung und zudem kein wirklicher Verlust für die Bundesregierung, in der Franz Josef Jung vor allem für seine Loyalität geschätzt wird und bisweilen auch für die gute Laune, die der freundliche Hesse in Kabinettssitzungen zu verbreiten vermochte. Selbst dafür kann man ihn ja nun nicht mehr wirklich gebrauchen.
All diese personellen Konsequenzen können jedoch den Schaden nicht aufwiegen, der durch die Informationspolitik über den Raketenangriff nahe Kundus für die Bundesregierung, die Bundeswehr und ihren Einsatz in Afghanistan entstanden ist.
Deutsches Afghanistan-Engagement in Misskredit
Dass am 4. September 2009 Zivilisten ums Leben kamen, war schon schlimm. Die Rechtfertigung, der Tod Unbeteiligter sei in Kauf zu nehmen, um eine Gefahr für die eigenen Leute abzuwehren, führt bereits an die Grenze des Zumutbaren - und selbst für manchen Befürworter dieses Einsatzes auch darüber hinweg. Gerade deshalb muss ja diese Rechtfertigung mit glaubwürdigen Fakten unterlegt sein.
Der Eindruck jedoch, dass die Umstände und Verantwortlichkeiten einer solchen Tragödie in Wirklichkeit vertuscht, beschönigt, verschwiegen oder heruntergespielt werden, bringt das gesamte deutsche Engagement in Afghanistan in Misskredit.
Das Fundament für die Entsendung von mehreren tausend Menschen nach Afghanistan, das aus Vertrauen in die politische und militärische Führung bestehen muss, bröckelt. Lug und Trug überschatten einen Einsatz, der schon immer schwierig war und zugleich immer noch schwieriger geworden ist.
Immer mehr ungeklärte Fragen
Das "deutsche Engagement am Hindukusch", wie der Krieg, an dem die Bundeswehr beteiligt ist, in etwas verklärender Abenteuersprache gerne genannt wird, steht nicht vor seinem Ende. Aber die Legitimation muss politisch neu erkämpft werden.
Alle Beteiligten sollten es nun mal mit Ehrlichkeit versuchen. Das gilt für die retrospektive Aufklärung der Geschehnisse, aber auch für die künftige Begründung, warum Deutschland sich in Afghanistan auch nach acht Jahren weiter engagieren soll. Das wird nicht leichter, wenn man nicht weiß, ob glaubhaft ist, was die Verantwortlichen zur Begründung vortragen.
Zumal aus den wenigen Antworten, die jetzt unfreiwillig gegeben wurden, noch mehr Fragen erwachsen, als bisher schon zu stellen waren: Wenn diesmal verheimlicht oder beschönigt wurde, was war dann in der Vergangenheit los? Wenn der Minister diesmal nicht informiert wurde, was wusste er in anderen Fällen?
Welche Unfälle, Gefechte, Angriffe sind wirklich so verlaufen, wie sie geschildert wurden? Wer kann den Hinterbliebenen von Soldaten, die in Afghanistan getötet wurden, garantieren, dass sie wenigstens die Wahrheit kennen über den Tod ihrer Nächsten?
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Das ist der Krieg wie er schon immer war. Wenn man gewinnen will, dann muss man so um die 25% der Wohnbevölkerung eliminieren (s.z.B. Prof. v.Creveld, Hebr. Univ. Jerusalem), dann geht das. Von den Verlierern werden dann ein paar Vorzeigeexemplare vor ein Gericht gestellt und wegen irgendwelchen Kriegsverbrechen verurteilt. Das untermauert die Legitimität der Sieger.
Von den Gewinnern werden grundsätzlich nur ganz wenige mindere Gestalten belangt die sich besonders blöd angestellt haben, oder eben arges Pech gehabt haben.
Wie sagte schon General Curtis Le May beim WK2 Japan-Feldzug zu seinem seinerzeitigen Gefährten McNamara: "Wenn wir das Ding verlieren landen wir alle vorm Kriegsgericht" (Memoiren Robert McNamara) nachdem unsere amerikanischen Freunde wieder mal massenhaft japanische Zivilisten gezielt vernichtet haben.
Nun, gewonnen! Hurrah! Wen scheren die Umstände? Höchstens die Verlierer, wenn denen nicht klar gesagt wird, schlicht und einfach das Maul zu halten.
Völkerrecht, Kriegsrecht, Genfer Konventionen. So etwas verletzen Russen wenn sie Georgien in die Schranken weisen, oder Palästinenser. Aber doch gewiss nicht der Westen und seine guten Freunde wie Israel. Auch wenn sich da hie und da ein Meinungsartikler einen abhottet.
So weit ich mich erinnern kann hat Bundeskanzlerin Merkel damals den Luftangriff in Afghanistan zur Chefsache erklärt.
In einer Regierungserklärung hatte Merkel den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr gegen jede Kritik verteidigt.
Merkel versprach damals die lückenlose Aufklärung des Falles und weiter sagte sie Wenn es zivile Opfer gab, werde ich das zutiefst bedauern.
Die Amerikaner setzten noch einen drauf und behaupteten bei dem Luftangriff seien 125 Menschen gestorben unter anderem auch Kinder.
Die Amerikaner wussten schon nach dem Luftangriff nahe Kunduz, das es soviel Tote gegeben hat nur einer nicht Jung.
Dieses Drama passte nicht in den Bundestagswahlkampf das war klar es wurde vertuscht und gelogen.
Die Kanzlerin ist Jungs Vorgesetzte und ich denke sie hatte auch Kenntnis und hat Jung einen Maulkorb verpasst.
Wenn dies so ist muss nicht nur Jung den Hut nehmen auch die Kanzlerin.
Wenn vor der Wahl dieses dramatische Ereignis publik geworden währe und man nicht alles vertuscht hätte, wäre die Wahl anders ausgegangen.
Man muss sich schon Wundern oder ist erstaunt wie Deutschland in den letzten 10 Jahren Regiert wird.
Korrupt es wird vertuscht gelogen geschmiert, mit Moral hat das alles nichts mehr zu tun.
ALLES BANANE
Den ganzen Ärger hätte man sich sparen können, wenn die Koordination des Luftschlags schneller vonstatten gegangen wäre. Dann wären die Tanklaster zerstört worden, bevor diese liegenblieben wären und die Zivilbevölkerung sich den Inhalt zum Heizen oder was auch immer abzapft.
Aber er wäre ein Führer unter den Bauern. Oder anders gesagt, die anderen sind mehr Bauer als er.Ansonsten stimme ich Ihnen schon zu.
Jene, die die Beteiligung an diesem Abenteuer beschlossen haben, sind ja nun schon weg.
... Hat Guttenberg sie übersehen ?"
Tja , das wäre doch mal Sache der Opposition , in dieser Frage bis auf den Grund rumzubohren . Der Minister könnte da noch heiße Ohren kriegen ...
Paging