Ex-Sponti, Ex-Realo, Ex-Außenminister (61)

Das wäre doch mal was: ein Mann ohne formalen Bildungsabschluss an der Spitze des Staates. Ein Zeichen, dass man in unserem Land nicht immer nur Zeugnisse sammeln muss, um es nach ganz oben zu bringen. Gut, Joschka ist Ehrenmitglied im Verein für deutliche Aussprache (den Vorsitz reklamiert Edmund Stoiber für sich), das passt einerseits nicht so gut zur repräsentativen Rolle des Bundespräsidenten. Andererseits ist der oberste Deutsche ja auch dazu da, seinen Landsleuten ab und an die Leviten zu lesen. Bei seinen grünen Parteifreunden hat er das oft genug gemacht, weswegen er inzwischen in der SPD mehr Anhänger hat als in seiner eigenen Partei. Es waren auch Sozialdemokraten gewesen, die Anfang 2008 eine Kandidatur Fischers erwogen haben sollen. Dumm nur, das Joschka selbst das Amt öffentlich immer abgelehnt hat, weil es nicht zu ihm passe. Aber warum sollte nicht auch hier gelten: Was nicht passt, wird passend gemacht.

(bosw) Foto: AP

15. Mai 2009, 18:11 2009-05-15 18:11:00  © sueddeutsche.de

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