Kalifornien: Freigabe von Marihuana Kiffen bleibt illegal

Legal, illegal, ganz egal? Nicht ganz, denn Marihuana bleibt im US-Bundesstaat Kalifornien verboten. Die Mehrheit der Bewohner stimmte in einem Volksentscheid gegen die gänzliche Freigabe der Droge.

Das Kiffen wird in Kalifornien wohl nicht legalisiert: Wie Wählerbefragungen zeigen, haben die Bürger des US-Westküstenstaates mehrheitlich gegen die Legalisierung von Marihuana gestimmt. Das meldet die Los Angeles Times und beruft sich auf Prognosen des National Voter Pools. Das Meinungsforschungsinstitut befragte dazu am Wahltag insgesamt 2800 Kalifornier. Der Volksentscheid "Proposition 19" sah vor, dass die Droge zum Genuss konsumiert und in kleinen Mengen angebaut werden darf. Jeder, der älter als 21 Jahre ist, sollte rund 28 Gramm Marihuana besitzen dürfen.

Der Verkauf des Rauschmittels auf einem legalen Marihuanamarkt hätte dem Staat nach Schätzungen jährlich mehr als eine Milliarde Dollar an Steuern und Gebühren einbringen können. Zusätzlich hätte eine Freigabe Einsparungen in Milliardenhöhe bei der Strafverfolgung bedeutet. Etwa 40 Prozent aller Verhaftungen bei Drogendelikten stehen in Zusammenhang mit Marihuana.

Zu den prominentesten Befürwortern der Proposition 19 zählte der US-Milliardär George Soros, der für die Legalisierungskampagne zuletzt eine Million Dollar spendete. Auch einige ehemalige Polizeibeamte hatten sich für eine Freigabe ausgesprochen - Kollegen waren jedoch auch auf der Gegenseite zu finden. Gemeinsam mit anderen Legalisierungsgegnern warnten zahlreiche Polizeiverbände vor einer wachsenden Zahl von Süchtigen, die über die weiche Einstiegsdroge zu härteren Stoffen greifen würden.

Zudem hatten die Gegner das konkurrierende Bundesgesetz angeführt, demzufolge Marihuana eine illegale Droge ist, deren Anbau und Genuss verboten sind. Bei einem Erfolg der Proposition 19, mahnten Kritiker im Vorfeld der Abstimmung, hätten Arbeitgeber ihren Angestellten den Marihuana-Konsum erlauben müssen, alles andere wäre Diskriminierung gewesen.

Ein Dutzend Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Alaska und Hawaii haben die Droge allerdings zu medizinischen Zwecken freigegeben. 1996 stimmten die Wähler in Kalifornien einem Gesetzesvorschlag zur Legalisierung von Marihuana als Medikament für Schmerzen und Appetitlosigkeit zu, andere Staaten folgten dem Beispiel.