Vergewaltigungsprozess in Indien Mutmaßliche Vergewaltiger suchten gezielt nach einem Opfer

Sie trafen sich zum Abendessen und fassten einen grausamen Plan: eine Frau zu suchen, sich an ihr zu vergehen und sie danach zu töten. Aus einem Polizeibericht geht hervor, dass die mutmaßlichen Vergewaltiger der 23-jährigen Inderin ihre Tat genau geplant hatten.

Die Angeklagten im indischen Vergewaltigungsprozess haben ihre Tat nach Erkenntnissen der Polizei genau geplant und gezielt nach einem Opfer Ausschau gehalten. Die 23-jährige Studentin war also kein Zufallsopfer.

Wie aus einem Polizeibericht hervorgeht, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, trafen sich die Männer am Abend des 16. Dezember zum Essen in einem Slum im Süden Delhis. Dabei sei der Plan besprochen worden, noch am selben Tag nach einer Frau Ausschau zu halten, um sich an ihr zu vergehen. Das Todesurteil für das Opfer, so heißt es in dem Bericht, sei zu dem Zeitpunkt bereits gefällt worden.

In dem mehr als 600 Seiten starken Bericht sind Geständnisse, Zeugenaussagen und medizinische Berichte enthalten, die die Schuld der Angeklagten beweisen sollen. Nach der Tat habe der mutmaßliche Anführer der Gruppe, der Fahrer des Busses, das Fahrzeug mit der Kleidung des Opfers reinigen wollen. Diese und weitere Beweisstücke habe er später verbrannt. In offenkundiger Unkenntnis der Ereignisse scharten sich dem Bericht zufolge Anwohner um das Feuer, um sich zu wärmen.

Schon vor Prozessbeginn wird erwartet, dass die Angeklagten auf nicht schuldig plädieren. Den fünf Männern droht die Todesstrafe. Das Alter eines weiteren Beschuldigten ist derzeit unklar, er gibt sich als Jugendlicher aus. Ihm soll vor einem Jugendgericht der Prozess gemacht werden.

Die Studentin war Ende Dezember ihren Verletzungen durch die mehrfachen Vergewaltigungen und Schläge mit einer Eisenstange erlegen. Die Brutalität des Falles führte in Indien zu tagelangen Demonstrationen. Auch im Ausland sorgte das Verbrechen für Bestürzung.