Vereinbarung mit Anklage Frauenentführer von Cleveland will Todesstrafe umgehen

Ein Deal mit dem Staatsanwalt soll Ariel Castro von der Todesstrafe verschonen: Der Entführer dreier Frauen, der diese mehr als zehn Jahre in seinem Haus in Cleveland festhielt, hat vor Gericht seine Schuld gestanden. Er hofft, sich damit eine lebenslange Haftstrafe zu erkaufen.

Der Entführer dreier junger Frauen in der US-Großstadt Cleveland hat sich mit der Staatsanwaltschaft auf eine lebenslange Haftstrafe verständigt. Ariel Castro, der die Frauen mehr als zehn Jahre festhielt und sexuell missbrauchte, gestand vor Gericht seine Schuld ein.

Durch den Deal mit der Anklage würde Castro einer drohenden Todesstrafe entgehen. Allerdings muss der Richter der Vereinbarung noch zustimmen. Laut der Vereinbarung, die Castro mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt hat, würde er zusätzlich zu der lebenslangen Haftstrafe zu weiteren tausend Jahren Gefängnis verurteilt werden und demzufolge niemals freikommen.

Castro soll drei zwischen 2002 und 2004 entführte junge Frauen über ein Jahrzehnt in seinem Haus festgehalten und immer wieder misshandelt und vergewaltigt haben. Der Fall kam im Mai durch die Flucht einer der Entführten ans Licht. Außerdem wird dem ehemaligen Busfahrer der Mord an einem ungeborenen Kind vorgeworfen, weil er eine der von ihm entführten Frauen so brutal misshandelt haben soll, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Dafür drohte dem Angeklagten die Todesstrafe.

Entgegen dem jetzigen Schuldgeständnis hatte sich Castro im Laufe des Verfahrens zuvor bereits mehrmals bei Anhörungen für unschuldig erklärt. Mitte Juli hatte Castros Anwalt Craig Weintraub die Staatsanwaltschaft aufgefordert, sich auf einen Handel mit der Verteidigung einzulassen. Damit bliebe den Opfern erspart, in einem Prozess "Details dieser schrecklichen Ereignisse" zu berichten. Der vorläufige Termin für den Prozessbeginn ist der 5. August.