Vatikan Papst Benedikt XVI. tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Benedikt, der Streitbare

Papst Benedikt XVI. war der erste deutsche Papst seit 500 Jahren. Die Skandale um sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen prägten seine Amtszeit genauso wie seine historische Begegnungen mit Fidel Castro oder dem Internet. Sein Wirken mehr...

"Ich habe nicht mehr genug Kraft für mein Amt": Papst Benedikt XVI. gibt am 28. Februar sein Pontifikat ab. Das teilte er am Montag überraschend während einer Vollversammlung der Kardinäle in Rom mit.

Papst Benedikt XVI. wird zurücktreten. Er hat nach eigenen Angaben aufgrund seines Alters nicht mehr "die Kraft", die katholische Kirche zu führen.

Zu dieser Erkenntnis sei der 85-Jährige nach Prüfung seines Gewissens vor Gott gekommen, sagte er am Montag bei einem Konsistorium, einer Vollversammlung der Kardinäle, in einer auf Lateinisch gehaltenen Rede. Benedikt werde sein Pontifikat am 28. Februar abgeben.

Papst-Bruder Georg Ratzinger hat die angeschlagene Gesundheit von Benedikt XVI. als Grund für dessen Rücktritt genannt. "Das Alter drückt", sagte der 85-Jährige am Montag. Sein Arzt habe dem Papst geraten, keine transatlantische Reisen mehr zu unternehmen. Auch das Gehen bereite seinem Bruder zunehmend Schwierigkeiten.

Die Abdankung eines Papstes ist in der Kirchengeschichte bisher erst äußerst selten vorgekommen. 1294 dankte Papst Coelestin V. nach nur einem halben Jahr im Amt ab. Der 85-Jährige fühlte sich der Verantwortung gesundheitlich nicht gewachsen und zog es vor, wieder als Einsiedler zu leben.

Weniger aus eigenem Antrieb erfolgte etwa 130 Jahre später der Rücktritt von Gregor XII. Er dankte im Jahr 1415 ab, um im Konzil von Konstanz durch eine Neuwahl des Kirchenoberhaupts die Spaltung der katholischen Kirche zu beenden.

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